Dienstag, 16. Februar 2010

Halbzeit!

Heute bekam ich die 17. von insgesamt 25 Bestrahlungen - also Halbzeit, eher grosszügig gedacht ;-)

So langsam machen sich die Nebenwirkungen schon bemerkbar. Am unangenehmsten ist die Müdigkeit, die mir schwer wie Blei erscheint. Und die Schlaflosigkeit, die damit einhergeht - das klingt paradox, ich weiss. Aber diese Erfahrung machen viele Frauen während einer Strahlentherapie. Ich gehe allabendlich todmüde zu Bett, aber ... es schläft einfach nicht! Es ist nicht so, dass ich Gedankenkarussell führe, ich liege einfach nur da und schlafe nicht. Saublöd!

Dazu kommt eine unterdessen deutlich spürbare Reizung der bestrahlten Haut. In der Achselhöhle tut's jetzt richtig weh. Ich pflege die Haut so gut wie möglich, aber diese sonnenbrandähnliche Rötung ist offenbar gang und gäbe bei Radiotherapien, also lebe ich damit halt, bis es vorbei ist.

Ebenfalls störend sind die Schwitz-Attacken, die allerdings nicht eindeutig auf die Strahlentherapie zurückzuführen sind. Allerdings höre ich von Leidensgenossinnen Ähnliches. Vielleicht haben sie aber auch mit der wieder beginnenden Hormonproduktion zu tun, die war ja während der Chemo völlig lahmgelegt. Da ich vor der Operation noch als prä-menopausal getestet worden bin, könnte es sein, dass ich jetzt halt doch definitiv in die Wechseljahre komme (andere sind in meinem Alter schon damit fertig, gopf!). Und da gehören Wallungen wohl dazu, wenigstens in unseren Breitengraden.

Eine Nebenerscheinung der Chemo, das fehlende Geschmacksempfinden, scheint sich langsam zu normalisieren - es schmeckt endlich nicht mehr alles nach Sägemehl ;-) Und auch die Haare fangen zögerlich wieder zu spriessen an. Hellgrau mit dunklen Flecken ... ich sehe aus wie eine Hyäne, im Fall! Noch kann ich mich nicht ohne Kopftuch oder Perücke unter die Leute wagen, aber ich hoffe auf eine kecke Kurzhaarfrisur im Sommer! Leider sind Hände und Füsse immer noch taub; es kommt mir vor, als sei es sogar noch schlimmer geworden. Das ist sehr unangenehm und behindert mich auch.

Sonst geht es mir erstaunlich gut. Ich hatte von den Bestrahlungen und deren Nebenwirkungen viel Schlimmeres befürchtet. Ich hoffe nun, es gehe so weiter - noch 18 Bestrahlungstermine, dann habe ich es geschafft!

Kommentare:

Regina hat gesagt…

Liebe Katarina, Du bist einfach so tapfer! Ich wünsche Dir ganz viel Durchhaltevermögen und immer wieder kleine Freuden und Aufsteller. Die Hälfte ist doch ein wichtiger Markstein. Sei lieb gegrüsst - Regina

Allerleirauh hat gesagt…

Frage beantwortet. (o:

kreativberg hat gesagt…

Nur Mut - das Gefühl in den Händen wird wieder kommen! Ganz liebe Grüße und viel Kraft!

Dany, die mit den Katzen strickt. hat gesagt…

Ich wünsche Dir für die letzten Bestrahlungen alles Gute und viel Kraft! Ja, das taube Gefühl ist ekelig, kann ich mir gut vorstellen. Ich bewundere Dich, wie Du trotzdem strickst.
Ich grüsse Dich
Dany

Ute hat gesagt…

Guten Abend Katarina,
ach du Tapfere! Du darfst ganz Stolz auf dich sein, bewundernswert wie du allem letztendlich immer das Positive abringen kannst!
Nur mit den "Hitzewallungen" das musst du gut beobachten. Kommt Herzrasen dazu (oder auch nicht) sollte man auf jedem Fall auch an die Schilddrüse und den Bestrahlungen und Kontrastmittel (bei den CT von Voruntersuchung und nach dem Ende der Bestrahlung) denken! Bei meiner Mutter hatte sich auch etwas viel Radioaktives in die Schilddrüse eingelagert. Sie musste dann bestimmte Tropfen einnehmen, die das Ganze dann wieder "herausschwemmten" ....
Also - weiterhin so gut durchhalten und irgendwann sind auch die letzen "Nebenerscheinungen" verbannt und Großprojekten steht nichts mehr im Wege!
Ich schick dir säckeweise Sandmännchensand ...
Ute aus dem Ostallgäu