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Dienstag, 16. September 2008

Gefärbte Wolle auf der Trommelkarde

Nachdem ich in letzter Zeit viel Wolle gefärbt habe, bin ich jetzt dabei, diese auf der Trommelkarde (Ashford) fürs Spinnen vorzubereiten. Ich staune immer wieder, wie viel von der an sich langstapeligen Wolle auf der kleinen Walze hängenbleibt und frage mich, was damit wohl noch anzufangen wäre. Da die Wolle von Milchschafen schlecht filzt, fällt diese Möglichkeit weg, als Stopfwolle ist sie mir zu schade ... vielleicht kann ich diese Resten ja noch einmal mit engerem Walzenabstand durch die Trommelkarde drehen. Mal sehen.
Die fertig gekardete Wolle ist unglaublich weich - ich freue mich schon aufs Spinnen!
Auf dem unteren Bild sind die Farben etwas besser zu erkennen. Die Färbungen erfolgten mit pflanzlichen resp. tierischen Farbstoffen (von Wollknoll).
Die orange-gelbe Wolle wurde mit 50%/50% Orléansaat und Sandelholz gefärbt, die Wolle ganz rechts mit Blauholz, beide Färbungen erfolgten ohne vorherige Beize. Alle vier Rot- resp. Rosatöne sind Cochenillefärbungen, die Wolle ganz rechts ist eine mit Cochenille überfärbte Blauholzfärbung. Es gibt noch fünf weitere Cochenillefärbungen, die ich nach und nach zeigen werde, sobald die Wolle gekardet ist. Alle diese Farben entstanden aus lediglich 20 Gramm (!) gemörserter Cochenille, zum Teil unter Zugabe von Weinsteinrahm, Weinsteinsäure oder Eisensulfat. Die Wolle für die Cochenillefärbungen hatte ich zuvor jeweils für 24 Stunden in Kaltbeize eingelegt.

Montag, 8. September 2008

Färbeküche

Also - das hätte ich mir nun doch nicht wirklich träumen lassen: Ich hatte sehr viel Wolle gefärbt in den letzten rund zwei Wochen. Und heute Abend, als ich nochmal einen Versuch mit der beinahe schon ausgelaugten (?) Cochenille-Farbflotte machen wollte, stellte ich mit Schrecken fest, dass ich nicht mehr genug gewaschene weisse Wolle habe. Das heisst, ich habe Unmengen Wolle verbraucht und habe es nicht mal gemerkt ;-))) Und deshalb wird meine kleine Färbeküche heute Nacht still stehen. Ts, ts, ts ...
Also habe ich sofort, allerdings schon fast im Dunkeln, meine Säcke mit Rohwolle nach brauchbaren Flocken durchsucht. Nun ja, so langsam werde ich anspruchsvoll und wasche oder färbe nicht mehr alles, was mir in die Finger kommt. Lieber sortiere ich schon vor dem Waschen aus, was sonst der Trommelkarde zum Opfer fallen würde, nämlich zu kurze und angefilzte Ware.

In der Hoffnung, trotz schlechten Lichtes wirklich schöne Wolle erwischt zu haben, füllte ich diese in die Gelten*, raspelte Kernseife darüber und füllte mit Wasser auf. Nun kann die Wolle schön einweichen; morgen früh werde ich sie dann spülen, schleudern, trocknen und beizen, damit die Färberei weitergehen kann.

Jaja, was mach man/frau nicht alles, wenn man so heftig mit diesem offensichtlich besonders aggressiven Wollverarbeitungs-Viren infiziert ist ... !

Im Bild vorne in der Mitte ist übrigens ein riesiger Alu-Topf mit einem Fassungsvermögen von 32 Litern zu sehen, den mir meine Mutter geschenkt hat, um darin Wolle zu färben - danke, Mami! Man/frau hat ja immer zu wenig (und vor allem zu wenig grosse) von diesen zweckgebundenen Töpfen. Mir ist, als hätte ich mal irgendwo gehört, wenn man Wolle in Alu-Geschirr färbe, könne man sich das Beizen mit Kali-Alaun sparen. Keine Ahnung, ob das stimmt. Ich mache mich mal auf die Suche nach entsprechenden Infos. Vielleicht weiss ja jemand vom Lavendelschaf oder von der Spinnwebe darüber Bescheid.

* Für allfällige Leser/innen aus Deutschland oder Österreich:
Gelte = schweizderdeutsch für (Wäsche-) Zuber

Sonntag, 7. September 2008

Cochenille

In den vergangenen zwei Wochen habe ich zum ersten Mal mit Cochenille gefärbt. Ich hatte ursprünglich vor, rund 200 Gramm Wolle zu färben, habe also 20 Gramm Cochenille gemörsert, in ein Nylonsöckli gefüllt, eingeweicht, aufgekocht, den Teer abgenommen und dann die trockene, ungebeizte Wolle beigefügt. Heraus kam ein wunderschönes Orangerot. Allerdings schien mir die Farbflotte noch lange nicht erschöpft. Ich nahm die Färbebeutel heraus, gab wieder 200 Gramm Wolle dazu, diesmal mit Alaun gebeizte.

Langer Schreibe kurzer Sinn: Ich habe mit den ursprünglichen 20 Gramm Cochenille unterdessen mindestens ein Kilogramm (!) Wolle gefärbt in etwa acht verschiedenen Rottönen; ich habe natürlich immer wieder frisches Wasser beigefügt und verschiedene Nuancierungen mit Weinsäure, Weinsteinrahm und Eisensulfat ausprobiert (mal mit, mal ohne Färbebeutel). Bilder folgen, sobald alles gekardet ist. Zur Zeit befinden sich die vielleicht letzten 200 Gramm Wolle (kalt gebeizt) in der Farbflotte, diesmal unter Zugabe von Zitronensäure - mal sehen, was draus wird!
Die Wolle kühlt jetzt über Nacht aus, morgen werde ich sie waschen, spülen und trocknen. Und sehen, ob die Farbflotte nicht doch noch einmal etwas hergibt. Ich hätte gerne noch so ein schönes zartes Rosa ... ich bin absolut fasziniert von der Farbkraft der Cochenille und werde bestimmt weiter damit experimentieren.

Färben mit unbekanntem Kraut ...

In meinem Garten wächst eine Pflanze, die mir absolut unbekannt ist. Ich weiss weder, wie sie heisst noch wozu sie "von Rechts wegen" gebraucht wird. Ich habe sie um der schönen Blätter willen vor ein paar Jahren auf einem Markt gekauft, und auch die Verkäuferin wusste nicht, worum es sich handelt. Sie meinte nur, man könne das Kraut zum Einmachen von Gurken verwenden.
Sind doch wirklich hübsche Blätter, nicht? Die Blätter riechen und schmecken bitter-würzig, nicht unangenehm, aber definitiv nicht wirklich mein Geschmack. In der vagen Hoffnung, eine/r meiner Leser/innen könnte vielleicht wissen, worum es sich bei dieser Pflanze handelt, zeige ich hier noch Bilder von den Blüten.
Aus den Blüten entstehen "vierkammerige" Früchte; ich hatte schon mal die Idee, diese wie Kapern einzumachen. Vielleicht würden die ja ganz akzeptabel schmecken. Was aber ein Wagnis wäre, weil ich ja nicht weiss, was ich meinen Lieben da vorsetzen würde (wenn's wirklich für Gurken taugt, gehe ich immerhin davon aus, dass es nicht giftig ist).
Weil die Pflanze so unverschämt wuchert, hatte ich die Idee, ich könnte es ja mal mit Färben versuchen. Ich verwendete die ganze Pflanze (150%) und liess die zuvor kalt gebeizte Wolle eine Stunde im Sud köcheln. Der erste Zug wurde ein sehr schönes, helles Lindgrün (Bilder folgen, wenn die Wolle gekardet ist). Der zweite Zug wurde gelblich-grün, sehr hell. Also fügte ich einen Esslöffel Eisensulfat zu und liess das Ganze nochmals eine Stunde bei ca. 80° köcheln. Daraus entstand ein helles Olivgrün. Ich bin sehr zufrieden mit dieser Färbung!
Morgen werde ich dieses Experiment vorläufig abschliessen; dann geht's ans Kardieren - und ich freue mich natürlich schon aufs Spinnen ... !

Nachtrag: Nein, es handelt sich bei dieser Pflanze nicht um Rucola / (Salat-)Rauke. Ich habe Rucola im Garten, und meine Färbepflanze sieht gar nicht gleich aus und schmeckt auch ganz anders.

Donnerstag, 28. August 2008

Wollfärbereien

Das schöne Wetter habe ich genutzt, um einen Teil der gewaschenen Wolle zu färben. Die orangefarbenen und gelben Farbtöne entstanden mit 50/50 Orleansaat/Sandelholz auf 2 x 150 gr Wolle (dunkel = erster Zug, hell = zweiter Zug). Die blauviolette Wolle habe ich mit 50% Blauholz gefärbt; der erste Zug wurde erwartungsgemäss dunkler als der zweite Zug.
Ich habe die Wolle übrigens vor dem Färben nicht gebeizt. Trotzdem sind die Farben schön leuchtend geworden. Mal sehen, ob die Farbe auch hält...
Am Wochenende will ich noch mit Cochenille färben; die Wolle habe ich mit Weinsteinrahm gebeizt. Nimmt mich wunder, was sich mit diesem Farbstoff alles anstellen lässt!

Sonntag, 27. April 2008

Gesponnen und gefärbt

Das Regenwetter der letzten Woche habe ich dazu genutzt, um ein wenig zu spinnen und zu färben. Ich habe immer noch einen ziemlich grossen Vorrat an Milchschafwolle, die ich nach und nach verspinnen und verstricken will. Nachdem ich früher eher dicke Garne gesponnen habe (ca. für Stricknadeln 5 - 6 mm), habe ich in den letzten Monaten geübt und gelernt, etwas feiner zu spinnen, sodass ich zum ersten Mal meine selbst gesponnene Wolle verzwirnen konnte. Dieses Garn hat nun eine Lauflänge von etwa 260m/100 gr.


Gefärbt habe ich insgesamt 250 gr Milchschafwolle im Vlies. Die im Bild rosafarbene Wolle geht in Wirklichkeit eher ins Violette, die dunkelrote Farbe (unten) stimmt ziemlich genau. Ich habe mit KoolAid gefärbt, und zwar mit fünf Beuteln Blackberry (rosa-violett, oben) und mit je vier Beuteln Strawberry und Blackberry (dunkelrot, unten). Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Ich überlege ich mir, ob ich die Farben separat spinnen und dann verzwirnen soll, oder ob das Ergebnis besser wird, wenn ich die beiden Vliese mit der Kardmaschine zusammenmische und als Verlaufgarn weiterverarbeite.


Ausserdem habe ich auch noch Seidengarn gefärbt. Ich habe vor einiger Zeit von meiner Mutter zum Teil schon verstricktes Seidengarn in Hellblau bekommen - eine Farbe, mit der ich gar nichts anfangen kann. Leider konnte ich nicht mehr herausfinden, was aus den bereits gestrickten Teilen hätte werden sollen. So habe ich alles aufgeribbelt, gewaschen und danach mit Ostereierfarben gefärbt. Das Ergebnis zeigt, dass ich Rottöne bevorzuge, und tatsächlich bin ich richtig glücklich über das Resultat dieser Färbung.


Nun bleibt mir noch, dieses schöne Garn zu verstricken. Ich weiss noch nicht so recht, ob daraus ein Sommerpullover oder eine leichte Jacke werden soll. Aber ich hab's ja nicht eilig...