Montag, 31. August 2009

Sommerkätzchen

Nachdem eine "unserer" halbwilden Katzen im Frühjahr einen ersten Wurf verloren hatte, bemerkte ich einige Wochen später wieder einen dicken Bauch ... und dann war sie eine Zeitlang verschwunden. Vor zwei Wochen hörte ich dann plötzlich das typische Fiepen junger Kätzchen - und da sind sie: Die Katzenmutter - die ich übrigens noch nie streicheln konnte, weil sie so scheu ist - hat uns ihre fünf etwa Mitte Juli geborenen Babies gebracht. Sie sind wirklich allerliebst! Erstaunlicherweise sind die Kleinen recht zutraulich - wenn man bedenkt, dass ihre Mutter zu den misstrauischen halbwilden Katzen gehört, die wir über den Winter jeweils durchfüttern, und sich noch nie hat berühren lassen. In das dunkle Kätzchen (oben links) habe ich mich innert kürzester Zeit so sehr verliebt, dass es wohl bei uns bleiben wird ;-) Das hellgraue und das dunkle Tigerli werden in etwa vier Wochen bei meiner Cousine ein neues Zuhause finden (sie hatte mir meine beiden Perücken besorgt und in Form geschnitten, nachdem ich aufgrund der Chemotherapie meine Haare verloren hatte).

Die anderen beiden - das dreifarbige im obersten Bild und das Tigerli mit Weiss im mittleren Bild - sind noch zu haben! Wer Interesse an den kleinen Taschentigerli hat, melde sich einfach bei mir...

P.S.:
Die Katzenmutter ist übrigens durchaus zu Recht so misstrauisch; wir würden sie nämlich kastrieren lassen, wenn wir ihrer habhaft würden ;-)

Freitag, 28. August 2009

Schattenspiel

Letzte Woche hat mein Liebster im Wohnzimmer ein Rollo montiert, weil die Sonne mich jeweils blendete. Und heute Nachmittag warf das Licht wunderschöne Schatten auf das Rollo. Die gehäkelte Bistro-Gardine (ich hatte sie vor fünf Jahren nach meiner Schulter-OP gehäkelt), das filigrane Metallherz, das sich bei jedem Windhauch dreht, und die Zweige des Flieders vor dem Wohnzimmerfenster ergeben in Kombination mit der Nachmittagssonne ein zauberhaftes Schattenspiel auf unserem neuen Rollo...

Donnerstag, 27. August 2009

Port-a-Cath und LaceFichu

Ich hätte ja nie gedacht, dass ich mit dem zweiten Lace-Fichu so schnell fertig würde. Die 900 Basis-Maschen für den Spitzenrand waren doch ziemlich ... na ja, imposant. Ich war auf eine lange (und mit der Zeit langweilige) Strickerei gefasst. Aber dann kam's ganz anders! Die Spitze des Fichus verkürzte mir die Wartestunden bei der Hausärztin (wo mir nicht gerade die besten Blutwerte attestiert wurden) und zwei Tage später im Paracelsus-Spital. Da waren die Blutwerte dann besser, dafür musste abgeklärt werden, ob mit meinem Port-a-Cath noch alles in Ordnung ist. Da hatte sich nach dem letzten Anstechen nämlich ein Knubbel gebildet, und das Gewebe rundherum ist sehr druckempfindlich.

Aber - welche Erleichterung! - der Port liegt perfekt, und der Knubbel ist nur ein kleines Granulom. Allerdings bilden sich rund um den Port Verwachsungen, die man im Auge behalten müsse. Die Schmerzen rühren möglicherweise daher, dass die Substanzen der Chemotherapie (Epirubicin und Cyclophosphamid) die Vene reizen. Ich hoffe, das Problem erledige sich bis am kommenden Mittwoch von selbst - sonst müsste für die Chemo ein peripherer Zugang gelegt werden... Aber genug damit - hier ist mein zweites Lace-Fichu, gestrickt aus handgefärbtem UruLace-Garn auf einer 3-mm-Rundstricknadel.

Weil das Garn sooo fein ist, musste ich das Mittelstück vergrössern, damit das Teil überhaupt um meinen Hals herum reicht ;-)

Samstag, 22. August 2009

Ein Fichu aus Lace-Garn

Ich bin fasziniert von diesem Fichu, deshalb muss ich unbedingt noch eines stricken! Diesmal aus einem ganz dünnen Lace-Garn, das ich mit einer 3-mm-Rundstricknadel verarbeite. Wegen des dünnen Garnes würde das Fichu natürlich viel zu klein, deshalb musste ich die Anleitung anpassen und hatte fast 900 Maschen auf der Nadel, bevor ich mit dem Anstricken der Spitze begann. Unterdessen habe ich rund die Hälfte der Randspitze geschafft. Ich glaube, dieses Teil wird bei mir bleiben. Ich habe aber im Sinn, noch etliche Fichus zu stricken, vielleicht auch mit einer anderen Randspitze, mal sehen. Ich finde, es lässt sich ausserordentlich gut stricken und ist trotzdem nicht einfach mindless knitting. Gerade richtig in meinem Zustand! Möglicherweise werde ich einige dieser schönen Halsschmeichler zu Weihnachten verschenken; es lässt sich so viel Liebe einarbeiten, die dann hoffentlich die Beschenkten noch zusätzlich wärmt...

Donnerstag, 20. August 2009

Ein Schubs für die Leukozyten

Meine Leukozyten sind bedenklich tief, trotz Infektion - da sollten die sich doch eigentlich kräftig vermehren und die Bakterien bekämpfen, oder? Na ja, wegen der Chemotherapie tun meine das dummerweise nicht. Deshalb werde ich ab heute wieder Filgrastim spritzen müssen, das ist ein hämopoetischer Wachstumsfaktor (schöner Name, nicht wahr?), der die Bildung von weissen Blutkörperchen im Knochenmark anregen soll. Das bewirkte bei mir im letzten Chemozyklus heftige Knochenschmerzen, v.a. in den Schienbeinen, im Brustbein und seltsamerweise im Kiefer. Diese Schmerzen lassen sich mit gewöhnlichen Schmerzmitteln in Schach halten und beeindrucken mich deshalb nicht wirklich. Hauptsache, mein liebes Knochenmark macht seinen Job dank dieser Unterstützung gut und hilft meinen Leukozyten wieder auf die Sprünge!

Mittwoch, 19. August 2009

Mal was Gesticktes

Vor vielen (wirklich vielen!) Jahren hatte ich mal einen richtigen Spleen mit Kreuzstich-Arbeiten. Ich bestickte Kleidung, Tischdecken, Vorhänge ... alles Mögliche eben. Da ich seit langer Zeit nie mehr gestickt hatte, zweifelte ich plötzlich daran, ob ich das überhaupt noch könne.

Ich hatte vor einiger Zeit in einem Bastelgeschäft ein 12 cm breites Juteband gekauft - ich weiss gar nicht mehr, was ich damit eigentlich gewollt hatte. Jedenfalls lag es geduldig im Regal und blinzelte mich immer mal wieder an... Nun ja, und dann kam das September-Heft von Anna mit den schönen Hagebutten-Kreuzstichmustern. Und schon sah mich mein Liebster in diversen Schränken und Schachteln nach meinen Stickgarnen wühlen; und obwohl ich wusste, dass diese Garne ja irgendwo sein müssen, dauerte es eine Weile, bis ich fündig wurde ;-)
Das ist daraus geworden - ein kleiner Beutel, gefüllt mit einem seidenen Säcklein voll duftender Rosenblüten für den Wäscheschrank einer zu Beschenkenden... Ich glaube, ich werde meinen Stick-Spleen reaktivieren.

Unglaublich...

... was hochdosierte Antibiotika bewirken können; jedenfalls, wenn man früh genug - d.h. sofort nach Beginn einer Infektion - damit beginnt. Ich fühle mich heute schon deutlich besser. Nun hoffe ich einfach, dass meine Temperatur gelegentlich noch sinkt, damit sich meine wieder erwachenden Lebensgeister wieder kreativ betätigen können!