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Samstag, 18. Februar 2012

Zopfsocken

Vor langer Zeit habe ich eine namenlose Sockenwolle geschenkt bekommen; als ich letztens beim Aufräumen war (d.h. Strickwolle von einem Karton in den nächsten und diesen von einer Ecke in die nächste geschoben habe), sah mein Liebster diese Knäuel und fand, die gefalle ihm eigentlich noch ganz gut...
Ich nehme mir ja immer wieder mal vor, einfach ganz normale Socken zu stricken, mit Bündchen und dann glatt rechts und sonst gar nichts. Aber spätestens Ende des Bündchens stinkt mir das, und ich muss doch wieder ein Muster stricken, weil ich's sonst einfach langweilig finde. Ich meine, gewöhnliche Glatt-rechts-Socken kann ich auch auf der Maschine stricken, oder? Aber mein Schatz wünscht sich eben ausdrücklich handgestrickte Socken. Wenn er schon so verwöhnt ist, muss er halt mit gemusterten Socken vorlieb nehmen ;-)
Zopfmuster-Socken in Grösse 42/43
Anschlag: 72 M auf einem Nadelspiel 3 mm
Bündchen: 2re/2li - 20 Rd. mit 2-mm-Nadelspiel
Restliche Socke auf Nadeln 2,5 mm
Herzchenferse im versetzten Patentmuster
Bandspitze
Die Zöpfe laufen seitlich doppelt bis zur Ferse, danach einfach dem Fuss entlang bis zum Beginn der Bandspitze. Zopfmuster: eigene Idee.
Ich weiss nicht genau, warum, aber diese Socken hatte ich in Rekordtempo fertig - vier Tage, und da sind sie! Mein Schatz wollte sie gleich tragen (darum sehen sie auf dem Foto so ausgeleiert aus) und findet, das seien die besten Socken, die ich je für ihn gestrickt habe...
Ach ja, ich habe eine sogenannt anatomische Bandspitze gestrickt (gesehen und für gut befunden im Buch Der geniale Sockenworkshop von Ewa Jostes/Stephanie van der Linden). Die auf der Aussenseite verlaufenden Zöpfe sorgen dafür, dass mein Schatz die Socken nicht verkehrt herum anzieht ;-)))

Dienstag, 15. November 2011

Wieder mal Gestricktes

In letzter Zeit war ich auch fleissig am Nadeln; schon lange hatte ich meiner Cousine nämlich eine Jacke für die Übergangszeiten versprochen. Sie musste lange darauf warten... Aber nun konnte ich ihr die Jacke endlich schenken, und sie hat sich sehr darüber gefreut!
Die Jacke ist knapp knielang, aus einem dunkelbraunen Garn auf der Maschine gestrickt.
Leider sind die Bilder recht dunkel geworden, weiss der Himmel, warum... Aber vielleicht erkennt ihr das Ajourmuster?
Ich habe ihr die Jacke nach einem eigenen Entwurf auf Mass gestrickt. Dazu habe ich diesen Strickrechner benützt, ein wirklich geniales Programm, das mir schon oft gute Dienste geleistet hat.
Verstrickt habe ich Rapidex von Jakob-Wolle auf der Brother-Strickmaschine 965i.
Zum Geburtstag habe ich dann noch den Pullover Elphaba für sie gestrickt, diesmal von Hand, aus ganz feinem Baby-Alpaca von Indiecita (gut gelagert, aus meinem Wollvorrat).
Die Anleitung habe ich ein klein wenig abgeändert, so habe ich die Musterbordüre am Saum doppelt so lang gestrickt. Meiner Cousine ist gross gewachsen, ihr stehen etwas längere Pullover besser.
Besonders raffiniert finde ich die Raglanlinie, die wirklich perfekt geworden ist. An dieser Nahaufnahme sieht man auch deutlich, dass ich kein wirklich gleichmässiges Strickbild mehr hinkriege mit meinen polyneuropathischen Händen. Aber ich habe noch die Hoffnung, dass sich das Maschenbild nach dem ersten Waschennoch verfeinert...

Montag, 1. August 2011

Kleines Tuch

Aber natürlich stricke ich noch - was für eine Frage! Allerdings habe ich es oft versäumt, meine Werke zu fotografieren, aber hier ist ein kleines Tuch, das ich für eine Freundin gestrickt habe:
Die Wolle hat Hilde gefärbt, ich finde diese Farbkombination einfach sensationell!
Das zweite Bild trifft die Farben besser; ich weiss auch nicht, weshalb Fotos, die mit der selben Einstellung unter den gleichen Umständen aufgenommen wurden, so unterschiedliche Farbergebnisse zeigen...
Die Anleitung habe ich abgewandelt von hier; oder war es doch eine andere Quelle? Ich weiss es nicht mehr, nur dass ich aufgrund handschriftlicher Notizen gestrickt habe.
Im Moment habe ich wieder so ein kleines Dreiecktuch auf den Nadeln, allerdings in Blautönen, es soll ebenfalls ein Geschenk für eine Freundin werden.

Sonntag, 3. April 2011

Finkli für Lenny


Eine Freundin meiner Tochter hat kürzlich ihr erstes Kindlein geboren, einen kleinen Lenny - so ein süsser kleiner Kerl und so eine hingebungsvolle junge Mama! Da konnte ich es einfach nicht lassen und strickte Schaf-Finkli für das Baby: Sie werden ihm wohl erst im Herbst passen, aber vorher braucht er sie ja auch nicht ;-) Die Schaf-Finkli sind in Anlehnung an eine DROPS-Anleitung entstanden. Den oberen Rand habe ich mit einem Muschelsaum umhäkelt. Verstrickt habe ich eine gut gelagerte sechsfache Sportwolle aus dem Nachlass meiner Mutter; Fröhlich-Wolle Sedrun. Ich brauchte 35 Gramm von dieser schneefreien, wetterfesten Ski-Sportwolle; gestrickt auf einem 2,75-mm- (Schaft) und 3,5-mm-Nadelspiel von KnitPicks. Ich finde die Stiefelchen herzig und hoffe, sie werden zu gegebener Zeit die kleinen Lenny-Füsslein wärmen!

Mittwoch, 9. März 2011

Lanesplitter ... ich musste auch einen haben!

Seit ich den ersten Lanesplitter in einem der Blogs, die ich regelmässig lese, gesehen hatte, wollte ich auch so einen haben. So genial einfach, und so schick! Und da ich von meiner Mutter sozusagen tonnenweise Sockenwolle geerbt habe, fing ich mit bescheidenen vier Maschen an und strickte dann munter weiter. Ich verwendete Islo Sommer Marathon (schwarz; die wird vermutlich nicht mehr hergestellt) und LangYarns Jawoll Color (Kontrastfarbe).Allerdings verstrickte ich die Wolle nicht doppelt, sodass ich nach Erreichen der nötigen Breite 150 M auf der Nadel hatte. Insgesamt verstrickte ich 170 gr schwarze und 100 gr bunte Sockenwolle auf einer 3,25-mm-Rundstricknadel (KnitPicks). Es war eine vergnügliche mindless Strickerei, und vom Ergebnis bin ich begeistert!

Vermutlich werde mir nochmals einen Lanesplitter stricken, einfach ein wenig kürzer, damit ich ihn über Leggings oder einer schmalen Jeans tragen kann.

Sonntag, 20. Februar 2011

Und noch eine Jacke - für meine Tochter

Eigentlich hatte ich meiner Tochter diese Jacke zu Weihnachten schenken wollen. Aber leider reichte es zeitlich nur für das Schultertuch und die Amadiisli. Meine tauben Fingerspitzen wirken sich halt immer noch auf mein Stricktempo aus... Macht nichts - sie hat die Jacke auch verspätet noch gerne angenommen ;-)
Ich habe die Jacke nach der Anleitung 126-1 von DROPS Design gestrickt. Das Teil ist im Kreis gestrickt und sowohl von der Konstruktion als auch von der Wirkung her schlicht genial! Nachdem das Blattmuster beendet war, wurde das schöne Stück zu einem Projekt, an dem ich getrost auch beim Fernsehen weiterarbeiten konnte. In der "Schlussrunde" hatte ich fast 500 Maschen auf der Nadel...

Da meine Tochter eine ausgesprochen empfindliche Haut hat, konnte ich kein Wollgarn verarbeiten. Ich entschied mich dann für das petrol-farbene Garn Martine (90% Polyacryl, 10% Mohair / 50 gr = 140 m) der Marke Home vom Kaufhaus Manor, das ich auf einer 5mm-KnitPicks-Rundstricknadel verstrickt habe. Es ist unglaublich weich und flauschig!

Meine Tochter ist hell begeistert von dieser Jacke, und mir gefällt sie auch sehr gut! Ich brauche ein wenig Pause von diesem Modell, aber auf den Herbst werde ich diese Jacke vielleicht noch für mich selbst stricken ... obwohl, fast 500 Maschen pro Runde ... mal sehen!

Ingrid Cardigan

Fertig geworden ist auch ein ewiges Projekt - der Ingrid Cardigan von Jeri Rigged; ich hatte schon zu zweifeln begonnen, ob ich nicht besser alles wieder auftrennen und etwas Einfacheres stricken soll... Aber schliesslich ist es gelungen, und ich bin ordentlich stolz auf dieses Werk!
Unterdessen trage ich diese Jacke fast täglich, sie ist ein richtiges Lieblingsstück geworden! Die Rückenansicht zeigt die plastischen Zopfmuster deutlich.
Die Jacke ist von oben nach unten gestrickt und hat keine einzige Naht! Besonders anspruchsvoll waren die eingestrickten Ärmel, und auch der zweiseitige Zopf an Kragen und Blende war nicht ohne...

Sollte ich diese Jacke ein zweites Mal stricken, würde ich die Taillierung weiter oben platzieren - da habe ich offenbar nicht aufgepasst. Jä nu, dieses Bisschen Lehrgeld zahle ich gerne für diese wunderschöne Jacke ;-)

Verstrickt habe ich das Garn Massimo (50% Wolle, 15% Kid Mohair, 35% Polyacryl / 50 gr = 100 m [ausverkauft]) in Schwarz von Jakob-Wolle (aus meinem Wollvorrat) auf einer 5,5-mm-Rundstricknadel von KnitPicks. Übrig geblieben sind sage und schreibe gerade mal 23 cm Wolle...

Nun bleibt mir noch, die Anleitung vom Englischen in die deutsche Sprache zu übertragen - das hatte ich Regina Satta vor über einem Jahr versprochen...

Endlich wieder einmal...

... etwas von mir hören resp. lesen lassen wollte ich eigentlich schon lange! Aber eben, irgendwie war's immer entweder zu spät oder zu früh, ich war zu müde oder zu beschäftigt ... irgendetwas war immer "zu", und so habt ihr wirklich viel zu lange auf neue Nachrichten von mir warten müssen.

Das vorweg: Es geht mir im Allgemeinen gut; meine Talwanderung habe ich fürs Erste abgeschlossen (hoffe ich mindestens). Seit anfangs Jahr gehe ich wieder regelmässig zur Misteltherapie, und ich habe den Eindruck, das tue mir sehr gut. Ich fühle mich stärker, unternehmungslustiger und freue mich unbändig auf die neue Gartensaison. Während der Schönwetterphase der letzten Tage juckte es mich schon gewaltig in den Fingern, am liebsten hätte ich gleich mit der Aussaat für die neuen Setzlinge begonnen. Aber - wie sich mit dem heutigen Schneefall zeigt - das wäre noch viel zu früh gewesen...

Es sind unterdessen etliche Strickprojekte von UFOs* zu FOs** geworden, die ich euch zeigen möchte. Ich fange mit den Morgaine-Socken an, die vor ein paar Tagen fertig geworden sind. Ich habe bei diesem KAL mitgemacht, weil mich Reginas Projekte faszinieren ... et voilà:
Die Socken haben eine phantastische Passform und sind äusserst angenehm zu tragen - danke, Regina!
Die Spitzen habe ich als Bandspitzen in glatt rechts statt im Rippenmuster gestrickt. Ich habe es eben gerne glatt über den Zehen... ;-)
Die einzige Änderung, die ich vorschlagen würde: Mir hätte es besser gefallen, wenn die Socken gegengleich gestrickt wären, das Muster also spiegelbildlich wäre! Ich werde diese Socken bestimmt nochmals stricken und werde die Strickschrift dann entsprechend anpassen.

Verstrickt habe ich eine Sockenwolle aus meinem Wollvorrat (no name) in Bordeaux mit einem 2,5-mm-Nadelspiel (Bambus). Es blieben genügend Reste übrig, um mir noch Amadiisli mit demselben Muster zu stricken.

* UFOS = UnFinished Objects **FOs = Finished Objects

Montag, 10. Januar 2011

Handwärmer

Im Lauf der letzten Monate habe ich natürlich auch etliches gestrickt. Eine Freundin hat sieben Paar Handwärmer aus Angorawolle bestellt, die sie dann zu Weihnachten verschenkte. Stellvertretend für alle zeige ich nur die petrolfarbenen Fingerless Mittens - alle anderen wurden mit einer alten Handykamera fotografiert, die Bilder sind von miserabler Qualität... Das Muster ist ein abgewandelter Celtic Knot. Verstrickt habe ich Wulff Angora (70% Angora, 30% Merino) auf einem 2,25-mm-Nadelspiel; pro Paar verbrauchte ich 24 gr dieses unglaublich weichen, kuscheligen Garns - ein Traum! Zusätzlich zu diesem petrolfarbenen Paar habe ich noch je ein Paar in Rot, Braun, Camel, Ciel, Gelb und Schwarz in verschiedenen selbst entworfenen, abgewandelten oder in Büchern vorhandenen Mustern in gleicher oder ähnlicher Machart gestrickt.

Freitag, 8. Oktober 2010

Sockenstrickerei

Unterdessen stricke ich natürlich immer mal wieder. Einerseits immer noch am Grossprojekt "Ingrids Jacke", andererseits kleinere Sachen wie Socken und fingerlose Handschuhe (darüber später mehr). Diese Alltagssocken für meinen Schatz sind schon vor einer Weile fertig geworden, ich hatte nur vergessen, sie zu fotografieren. Da mir Stinos zu langweilig zum Stricken sind, habe ich einen seitlichen Zopf eingearbeitet, sodass immer klar ist, welcher Socken an den rechten resp. an den linken Fuss gehört ;-) Hier noch ein Detail des Musters, einfach, aber wirkungsvoll. Verstrickt habe ich eine Sockenwolle von hier auf einem 2,5-mm-Nadelspiel. Und das nächste Paar Socken habe ich auch schon wieder auf den Nadeln: Auch wieder mit einem Seitenzopf, diese Socken sollen demnächst die Füsse eines meiner Brüder wärmen.

Mittwoch, 18. August 2010

Ingrids Jacke ... nachgestrickt

Ein halbes Jahr ist es her, seit ich mich in eine Jacke verliebte, die ich in Ingrids Blog entdeckt hatte. Flugs lud ich mir die Anleitung von Jeri Riggs (Ravelry-Download) herunter mit der Absicht, das schöne Teil irgendwann einmal auf die Nadeln zu nehmen.

Irgendwie kam die Sprache darauf, dass es doch noch schön wäre, diese Anleitung nicht nur auf Englisch, sondern auch auf Deutsch anbieten zu können. Ich traute mir das durchaus zu und so anerbot ich mich, die Anleitung zu übersetzen. Um überprüfen zu können, ob die Anleitung auch wirklich "stimmt", sollte ich die Jacke parallel zum Übersetzen gleichzeitig stricken. Und dabei...

... ja, dabei habe ich doch als Spätfolge der Chemotherapie immer noch taube Hände! Betrachtet man die Fotos auf Ingrids Blog, leuchtet es bestimmt ein, dass diese Zopfmuster und gefühllose Fingerspitzen sich nicht unbedingt gut vertragen. Aber - der Herbst naht mit Riesenschritten, und so beschloss ich, es einfach zu wagen; macht ja nichts, wenn es etwas länger dauert!

Und ich muss schon sagen, das ist ein richtig spannendes Projekt! Ich stricke ein Stück, übersetze den entsprechenden Teil der Anleitung, stricke wieder ... es geht eigentlich gar nicht so schlecht, das Stricken macht Freude und die Übersetzung ist ein wenig tricky, vor allem, weil diese Art von Text nicht ganz einfach ins Deutsche zu übertragen ist. Aber ich bin ganz stolz, sowohl auf die Strickerei als auch darauf, dass die deutsche Anleitung wohl doch noch rechtzeitig vor der kalten Jahreszeit zur Verfügung stehen wird! Ich stricke die Jacke in Schwarz (was sonst!), und das ist leider nicht so toll zu fotografieren. Aber ich hoffe doch, man kann etwas erkennen ;-) Die Jacke wird ja sozusagen "am Stück" gestrickt, von oben nach unten und ohne Nähte. Aber eben - und das ist der Clou daran! - nicht als Raglan, sondern mit eingesetzten resp. eingestrickten Ärmeln. Das obige Bild zeigt die Schulterpartie mit Kragen, Vorderteilen und Rückenteil, bevor seitlich die Maschen für die Ärmel aufgenommen werden. Auf obigem Bild liegen die Maschen für die Ärmel bereits auf Bambusnadeln, ab hier wird das ganze Stück mit einer langen Rundstricknadel in Hin- und Rückreihen gestrickt. Auch das kleine graue Büseli scheint das äusserst interessant zu finden; glücklicherweise hält sie respektvoll Distanz zu diesem seltsamen Ding, mit dem ich mich so intensiv beschäftige!

So, nun will ich noch ein paar Nadeln stricken, bevor mir die Augen zufallen...

Achtung - frisch gestrickt!

Unter diesem Titel beginnt am 1. September eine Ausstellung im Textilmuseum St. Gallen. So weist die Homepage des Museums auf diese Ausstellung hin:

"Stricken ist im Trend. Objekte aus der Vergangenheit verblüffen durch hochwertige Materialien und handwerkliches Können. Selbstgestrickte Streetwear belebt heute den Alltag. Die Ausstellung nimmt das Stricken in seinen alten und neuen Formen auf und beleuchtet das Thema von allen Seiten."

Die Ausstellung dauert vom 1. September 2010 bis zum 1. Januar 2011.

Sonntag, 8. August 2010

Taufe und fast fertiges Kapuzenjäckli

Heute war also der grosse Tag für meinen kleinen Neffen Lukas; er wurde getauft in einem wunderschönen, schlichten, ergreifenden Gottesdienst. Und auch das Jäckli ist rechtzeitig fertig geworden, jedenfalls beinahe... Irgendwie hat sich das Taubheitsgefühl in meinen Händen in den letzten Tagen wieder verschlechtert, sodass ich ziemlich Mühe hatte mit stricken. Das zwang mich zu einem Strickmarathon - letzte Nacht strickte ich bis morgens um vier Uhr. Ich kippte schon fast vom Diwan, also stellte ich den Wecker auf sieben Uhr und legte mich schlafen mit der Absicht, am Morgen dann noch die Knöpfe anzunähen. Aber es war wie verhext: Ausgerechnet in dieser Nacht hatten wir einen Stromausfall! Der Wecker weckte mich nicht und ich schlief selig bis kurz nach acht ... dabei sollte ich doch um halb zehn in Zürich sein ;-) Und die Katzen und Kaninchen musste ich doch auch noch füttern - und die Wäsche abnehmen, die draussen im Regen hing. Ich war schon drauf und dran, halt zuhause zu bleiben, aber dann - nein, das wollte ich doch gar nicht! Also habe ich den Tierli ihr Frühstück im Laufschritt und ohne das übliche morgendliche Ritual mit Streicheleinheiten und Plaudereien verabreicht. Habe mich schnell wie selten in die Kleider gestürzt (ohne zu duschen, eieiei!), Jäckli, Knöpfe und passenden Faden eingepackt und bin losgefahren. So schnell war ich glaub's überhaupt noch nie in Zürich! Ich erreichte die Kirche sogar noch tout juste vor Beginn des Taufgottesdienstes... Schön war's, und auch das Fest danach war stimmungsvoll und gemütlich. Und vor dem Essen bot sich sogar noch Gelegenheit, in einer ruhigen Ecke noch die verflixten Knöpfe anzunähen!Das Kapuzenjäckli habe ich aus 260 gr Ackermann Jeans (100% Baumwolle, 110m/50gr) auf Rundstricknadeln (Body und Kapuze) und Nadelspielen (Ärmel) mit Nadelstärken 3mm und 4mm nach eigenem Entwurf gestrickt - ohne eine einzige Naht!* Dazu kamen fünf einfache Knöpfe aus Olivenholz. Die jungen Eltern haben sich sehr über das Jäckli gefreut, der Täufling äusserte sich nicht eindeutig - aber er wird das Teil sowieso erst im nächsten Frühling tragen können... ;-)

* Die Anleitung dazu werde ich demnächst zur Verfügung stellen.

Dienstag, 27. Juli 2010

Kapuzenjäckli für meinen jüngsten Neffen

Im Frühling haben mein jüngster Bruder und seine Frau nach komplizierter Schwangerschaft ein Söhnlein bekommen. Er ist wunderhübsch und ein ausgesprochen zufriedenes und freundliches Baby. Demnächst soll er getauft werden, und ich habe ein Kapuzenjäckli für ihn entworfen. Das Rücken- und die Vorderteile stricke ich bis zu den Ärmeln am Stück, danach teile ich die Arbeit. Die Kapuze werde ich direkt am Halsausschnitt anstricken, die Ärmel in gleicher Weise von den Armausschnitten her. Dann kommt dann ein Reissverschluss; vielleicht stricke ich noch zwei Taschen, auf Wunsch der Eltern aber auf der Innenseite, nicht aussen ... clevere Idee eigentlich! Mal sehen - jetzt hoffe ich, noch rechtzeitig fertig zu werden damit (meine Hände sindleider immer noch gefühllos von der Chemo, aber irgendwie scheint man sich daran zu gewöhnen). Obwohl, passen wird's ihm sowieso frühestens in einem Jahr... ;-)

Merino-Angora-Jacke "Sabine"

Eine an und für sich ganz einfache Jacke habe ich mir gestrickt, aus einem feinen, anthrazitfarbenen Merino-Angora-Garn - ein Traum von Weichheit und angenehm luftiger Wärme! Ich habe von oben nach unten gestrickt, was sehr einfach war. Die Aufnahmen an den Raglanärmeln erfolgten mittels Ajourlöchern mit zwei glatt rechts gestrickten Maschen dazwischen. Das kam mir langweilig vor, deshalb habe ich diese Zwischenmaschen in jeder zweiten Reihe miteinander verkreuzt, was hübsche Minizöpfli ergab. Auch die formenden Abnahmen am Rückenteil sind mit Lochreihen betont. Den Saum und alle Kanten an den Vorderteilen, Ärmeln und am Halsausschnitt musste ich dann aber doch nach eigenen Wünschen ändern, sonst wäre die Jacke durch das weiche Garn doch ein wenig gar "lümpelig" geworden ;-) So ist das Luxus-Teil zum Beispiel bedeutend länger als in der Anleitung beschrieben.Also habe ich rundum Maschen aufgenommen, eine Lochrunde gestrickt, gefolgt von einer Runde linker Maschen. Abgekettet habe ich dann mit doppeltem Faden; so gefällt mir das Leichtgewicht sehr gut. Verstrickt habe ich eine luxuriöse Merino-Angora-Mischung (Nm 15/2) von Filatura Papi Fabio, ein wahres Traumgarn, von dem ich vor Jahren einmal zwei 500-gr-Konen als Restposten gekauft hatte. Ich verwendete ein KnitPicks-Rundstricknadel-Set mit 5-mm-Spitzen aus Acryl; verbraucht habe ich nur gerade knapp 130 Gramm! Auf die Anleitung bin ich bei CocoKnits gestossen. Ich habe im Sinn, nach dieser Anleitung noch andere, abgewandelte Modelle in verschiedenen Garnen zu stricken.

Montag, 14. Juni 2010

Alltags-Socken

Eine meiner lieben Spitex-Frauen hatte mal beiläufig erwähnt, dass ihr Mann sein letztes Paar handgestrickter Socken durchgelaufen habe. Tja, dann müsse sie halt demnächst die Nadeln zücken und sich "an die Socken" machen, meinte ich. Da lachte sie, nein, das tue sie sich bestimmt nicht an, er habe nämlich Grösse 45.
Ich lachte auf den Stockzähnen, durchsuchte meinen Sockenwolle-Vorrat und wurde schnell fündig. Meine Spitex-Heidy ist so ein Goldschatz, da stricke ich doch gerne die Socken für ihren Schatz...! Verstrickt habe ich Bucher Finex (80% Schurwolle, 20% Polyamid; 215 m/50 gr) aus dem Nachlass meiner Mutter sowie Wollreste in Rot, Schwarz und Écru auf einem KnitPicks-Nadelspiel 2,75 mm. Auf den Aussenseiten des Sockenrohrs laufen je drei Minizöpfchen bis zur Herzchenferse, eines davon läuft je seitlich am Fuss entlang bis zum Beginn der Bandspitze.

Montag, 24. Mai 2010

Intarsien-Strickerei

Zufälligerweise bin ich kürzlich auf diese Seite gestossen, wo es kostenlose Strickanleitungen für Intarsienstrickerei gibt; hier eine Auswahl:

Leider ist die Qualität der Bilder nicht so gut (ich musste sie ziemlich vergrössern) - ein Klick auf den Bild-Titel führt zur Anleitung. Es gibt auch sehr schöne Socken, diese Anleitungen sind allerdings kostenpflichtig.

Eigentlich bin ich nicht so die Intarsien-Strickerin, aber diese Anleitungen könnten mich glatt dazu verführen...

Montag, 10. Mai 2010

Noch ein Paar Socken

Während meiner Woche im Krankenhaus ist ein Paar Socken entstanden; diesmal sind sie für meinen Liebsten. Es sind eigentlich ganz einfache Stinos, allerdings habe ich auf den Seiten ein Muster eingestrickt - dasselbe, das ich schon für meine Söckli verwendet habe. Verstrickt habe ich ein Sockengarn aus dem Nachlass meiner Mutter, nämlich Schaffhauser Wolle Perfina (68% Schurwolle, 23% Polyamid, 9% Viscose, 203m/45 g, Nadelspiel 2,75 mm). Diese Wolle wird meines Wissens heute gar nicht mehr hergestellt; die Farbe ist ein dunkles Grau mit roten Sprenkeln (dunkler als auf den Fotos). Grösse 43, Ferse und Spitze mit Fächtli verstärkt; Herzchenferse und Bandspitze. Hoffentlich gefallen sie ihm!

Montag, 3. Mai 2010

Wieder da...

Nach einer wirklich langen Blogpause bin ich wieder da! Ich brauchte nach all den Chemo- und Strahlentherapien einfach Zeit für mich selbst. Zwar habe ich in anderen Blogs gelesen und gelegentlich auch kommentiert; selbst bloggen mochte ich allerdings nicht...

Leider sind meine Hände von der Chemo immer noch taub. Aber so langsam komme ich damit zurecht; das Stricken geht zwar noch langsam, aber immer besser. Das lehrt mich Geduld, und das ist doch eine gute Sache! Ich habe ein zweites Josefinentuch gestrickt für eine Pflegefachfrau, die mich während der Chemo betreut hatte und die immer sehr freundlich war. Sie ist ein richtiger Sonnenschein, und glücklicherweise spielt jetzt auch noch das Wetter mit - so ein wärmendes Tuch um die Schultern kann man jetzt ja wirklich wieder gut brauchen ;-) Das viele Blau war mir irgendwann etwas zu brav, deshalb habe ich diesen schmalen Streifen und eine einzige Spitze in Rot eingestrickt. Ich hoffe, das gefällt ihr auch! Ich mag die Form der Josefinen-Tücher; ich glaube, ich werde noch einige davon stricken. Sie sind ein ideales Geschenk, und manchmal ist mindless knitting doch sehr entspannend ... vor allem, wenn man so gefühllose Fingerspitzen hat! Meine kleine Katze Flämmli fühlt sich jedenfalls sichtlich wohl und hat es sich auf dem Tuch gleich bequem gemacht...

Ebenfalls fertig geworden sind diese Söckli aus dem Verena-Sockenheft (Modell Irland). Ich bin begeistert von diesem einerseits einfachen, andererseits effektvollen Muster; auch die Fersenlösung finde ich gelungen.
Am Fuss sehen diese Socken einfach nur hinreissend aus - hier kurz vor der Bandspitze. Verstrickt habe ich 68 Gramm Regia Silk auf einem 2,5-mm-Nadelspiel. Unterdessen habe ich ein Paar Männersocken in Grau-meliert angestrickt. Sie bekommen das gleiche Muster, aber nur seitlich auf dem Schaft - passt meiner Meinung nach besser für einen Mann. Ausserdem habe ich noch eine Bestellung für Männersocken - in Grösse 45! - aber eins nach dem anderen...

Morgen gehe ich nochmals für eine Woche ins Spital für verschiedene Therapien und Abklärungen. Ich bin gespannt und hoffe sehr auf gute Resultate!