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Mittwoch, 9. Mai 2012

Somewhere Over The Rainbow: Unser Häxli ist gegangen...

Letzte Nacht ist unsere Uralt-Katzendame still und leise über die Regenbogenbrücke in den Katzenhimmel gegangen, wo sie hoffentlich wieder mit ihrem Gspänli vereint ist! Sie lag auf der Couch; als wir gegen 02:00 Uhr früh nochmals nach ihr sahen, atmete sie noch. Eine Stunde später war sie gegangen...
Heute Morgen lag s'Flämmli - die Katze, die s'Häxli in den letzten Wochen jeweils täglich geputzt hatte, nachdem sie es selbst nicht mehr konnte - neben ihr. Es sah fast aus, als hielte sie Totenwache.
Katzenfreundschaft: Flämmli (links) putzte die alte Katzendame täglich
Sobald die Sonne schien, wollte s'Häxli jeweils unbedingt ins Freie! Dann trugen wir sie auf den Sitzplatz hinaus, wo sie es sich auf ihrem Lammfell bequem machte und sich von der Sonne den Pelz wärmen liess.
Häxli lässt sich die Sonne auf den Pelz scheinen


































































Die letzten Tage waren eine pflegerische Herausforderung; s'Häxli war sehr schwach und wir spürten, dass sie bald gehen wollte. Sie brauchte seit Wochen zweimal täglich eine NaCl-Infusion, weil sie nicht mehr genug Flüssigkeit zu sich nahm, und natürlich ihre Tabletten wegen der Nierenkrankheit.
Langsam wurde s'Häxli immer schwächer; wir verwöhnten sie bis zuletzt
Vorgestern Abend hatten wir den Eindruck, sie wolle unbedingt zum Bach. Wir trugen sie hin, hielten sie in den Armen und betrachteten mit ihr den Sonnenuntergang - sie liebte es, das Gurgeln des Wassers zu hören, den Sonnenschein auf dem Pelz zu fühlen! Als es dämmerte und kühl wurde, machten wir es ihr wieder auf der Couch bequem. Ab diesem Zeitpunkt wollte sie keine Infusionen, keine Tabletten mehr.
Geschwächt, aber mit wachem Blick: das letzte Portrait
Wir erfüllten ihr aber die Wünsche, die sie uns zu verstehen gab: Sie bekam Rahmyoghurt und Vitaminpaste. Wir offerierten ihr Rauchlachs - den ass sie noch wenige Stunden vor ihrem Tod mit sichtlichem Vergnügen, als sie schon längst nichts anderes mehr zu sich nahm.
Häxli liebte Schafwolle und Blumen - wir gaben ihr welche mit auf den Weg...
Wir haben unser Häxli unter dem Apfelbaum nahe des Baches beerdigt, dessen leises Rauschen und Plätschern sie so liebte. Du warst eine liebenswerte, eigensinnige, starke Katze - du wirst uns fehlen!

Dienstag, 10. Januar 2012

Jetzt bin ich aber total verkatert...

Als ich am Vormittag aus dem Fenster schaute, sah ich ein gelbes Transportfahrzeug ganz langsam rückwärts die Strasse hinunterrutschen... Au weia, dachte ich, da braucht wohl jemand Hilfe! Aber da kam auch schon meine Nachbarin Martha mit ihrem Allrad daher, und mir war es recht, in der warmen Stube bleiben zu können.
Kurz darauf klingelte es an der Haustür. Draussen stand meine liebe Nachbarin mit einem riesigen Paket - so etwas habe ich noch nie gesehen, geschweige denn: erhalten! Dies hätte der DHL-Bote mir bringen sollen, aber eben, die vereiste Strasse... Martha hat das deshalb für ihn übernommen, und ich stand da und konnte nicht fassen, was ich da sah!
Die Absenderin war mir vertraut; sie hatte mir auch ein "Päckli" angekündigt, aber das? Wow! "Was meinst du, was ist da drin?" Meine liebe Martha war überhaupt nicht neugierig! Sie ist meine Lieblings-Nachbarin, einfach ein Goldschatz, mein Leben wäre ohne sie sehr viel ärmer...
Vorsichtig öffnete ich die Kiste; zunächst stiessen wir auf Beutel mit Unmengen Styropor-"Würmern", dann auf einen riesigen blauen Plastiksack, der etwas Schweres enthielt.
Was wir zu zweit aus dem Sack schälten, machte uns beide sprachlos! Wer ist das denn? Kater Karlo persönlich? Masterpuss? Fritz the Cat ... nööö, der eher nicht, oder?
Jedenfalls der König aller Kater, kostbar gekleidet, Wams, Jacke und Hose sorgfältig bestickt und mit Borten bestückt, mit Rüschen-Jabot und "Stögelischuhen"...
In der guten Stube bekam Masterpuss einen Ehrenplatz im roten, mit Schaffell ausgekleideten Lederfauteuil. Da macht er sich doch gut, oder?
Auch die Katzen machten sich gleich mit dem unerwarteten Gast bekannt, beschnupperten ihn neugierig und machten sich an seinem langen, rotgoldenen Schwanz zu schaffen.
Übernachten muss Masterpuss allerdings im Korridor; meine feline Rasselbande ist den Umgang mit Königen nicht gewöhnt, und sie sollen ihn ja nicht mit ihren Krallen zärtlich verhudeln. Da bin ich lieber vorsichtig...

Liebe mo, ich bin völlig überwältigt und danke dir herzlich für dieses ausserordentlich schöne Geschenk! Du bist ... na ja, wir wissen es: ein wenig verrückt ... du liebe Zeit, ich bin sozusagen sprachlos, und das geschieht mir doch eher selten ;-)

Donnerstag, 10. November 2011

Eine alte Katzendame...

... wohnt seit ein paar Wochen bei uns! Sie heisst Häxli, ist 19 Jahre alt und hat eine traurige Geschichte hinter sich. Mitte Oktober rief mich unsere Tierärztin an. Ein älteres Ehepaar habe ihr eine 19jährige Katzendame zum Einschläfern gebracht: Die Katze schreie den ganzen Tag, die Nachbarn hätten reklamiert, das gehe leider überhaupt nicht mehr.

Unsere Tierärztin ist eine sehr gewissenhafte, liebenswerte Person. Sie untersuchte die Katze und befand sie, abgesehen von einem gut behandelbaren Nierenleiden, für gesund. Ein gesundes Tier zu euthanasieren widerspricht ihren Prinzipien, und so überlegte sie, wem sie ein so altes Katzenbüsi wohl anvertrauen könnte ... und kam auf uns. Ob wir dem Tierchen nicht noch einen schönen Lebensabend verschaffen könnten? Wenn sie dann wirklich zu laut wäre, könnte man ja immer noch...
Ehrlich gesagt, ich hatte angesichts unserer Katzen-Rasselbande schon Bedenken. Aber unsere Tierärztin hatte uns auch schon manchen Gefallen getan, und so beschlossen wir, es mit Häxli zu probieren.
Ich verliebte mich auf den ersten Blick ins Häxli! Sie war zwar brandmager und ziemlich struppig ("Ein Fell wie ein alter Pelzmantel!", meinte mein Liebster), aber irgendwie rührend. Sie spazierte von selbst ins Transportkörbli und reklamierte kein einziges Mal während der Fahrt.
Nachdem sie sich anfangs schwer tat, sich einzuleben und sichtlich traurig war, fühlt sie sich unterdessen sichtlich wohl. Sie zog sich immer ins Badezimmer zurück; wir haben ihr dort dann ein Nestli eingerichtet (das Badezimmer ist nicht unterkellert und deshalb kalt).
Immer häufiger kommt sie jetzt aber ins Wohnzimmer und legt sich dort auf einen Stuhl oder ans Fenster. Angeblitzt zu werden, mag sie nicht besonders; manchen Fotos sieht man das an ;-)
Sie isst nun auch regelmässig, die tägliche halbe Tablette muss ich ihr allerdings "spicken" - mit Leberpains usw. lässt sie sich absolut nicht überlisten. Das einzige Futter, das sie ohne zu motzen frisst: "M-Budget Hackfleisch gemischt"! Aber nicht etwa aus dem Kühlschrank; ich stelle ihre Futterschale jeweils zehn Minuten in heisses Wasser, bis das Fleisch etwa körperwarm ist... Tja, sie ist halt wirklich eine Prinzessin!
Gestern habe ich sie zum ersten Mal mit nach draussen genommen, als ich im Garten zu tun hatte, und heute wieder.
Zuerst zögerlich, aber zunehmend unternehmungslustiger erkundet sie die Umgebung. Mir scheint, das gefällt ihr!
Wir haben unsere Freude an unserer Pensionärin und hoffen, sie bleibe uns noch ein Weilchen erhalten! Es empört mich, dass man ein Tier einfach einschläfern lassen will, nur weil es alt und gebrechlich geworden ist. Ausserdem hat sie bei uns noch nie "geschrien", höchstens mal höflich Miau! gesagt...

Mittwoch, 20. Oktober 2010

Über die Regenbogenbrücke...

... gegangen ist heute die Lady genannte 17jährige Katze unserer Tochter. Sie war, wie so oft schon, bei uns in den Ferien, weil Tochter und Schwiegersohn einen wohlverdienten Urlaub im Ausland verbrachten. Eines sonnigen Tages Mitte September brachte sie eine Maus nach Hause, verspeiste sie und ging wieder nach draussen, wo sie sich auf eine Holzbeige legte und den Sonnenschein genoss. Seither hatte ich (hatten wir) sie nie mehr gesehen. Wir hatten stunden- und tagelang nach ihr gesucht. Vergeblich! Bis heute Morgen.
Nach ihrem Verschwinden hatten wir im ganzen Dorf Flyer mit diesem kurz zuvor aufgenommenen Foto aufgehängt und Inserate in zwei Zeitungen geschaltet. Etliche Anrufe brachten nicht den erhofften Erfolg resp. es stellte sich heraus, dass die gefundene Katze nicht unsere war. Gestern jedoch war eine Frau aus dem Dorf mit ihrer eigenen Katze bei der Tierärztin. Der Zufall wollte es, dass eine andere Frau, ebenfalls aus unserem Dorf, sich gleichzeitig bei derselben Tierärztin einfand mit einer völlig entkräfteten Katze, die sich gleichentags in ihren Keller verirrt hatte.

Frau1 erinnerte sich unserer Flyer und Inserate und sprach Frau2 darauf an, worauf diese ihr erzählte, dass die Katze nicht ihr gehöre, sondern sie diese eben in ihrem Keller gefunden und aufgrund ihres miserablen Zustands sofort zur Tierärztin gebracht habe. Frau2 rief mich also gestern Abend an und erzählte mir die Geschichte; sie war sich ziemlich sicher, dass die Katze, die Frau1 zur Tierärztin gebracht hatte, unsere sei. Ich rief daraufhin Frau1 an, schickte ihr per E-Mail Fotos unserer Lady-Katze, und auch Frau1 meinte, dies sei mit grosser Wahrscheinlichkeit unser vermisstes Büsi. Ich freute mich, hatten wir doch die Hoffnung, Lady wiederzufinden, schon aufgegeben! Wo mochte sie nur gewesen sein? Wir hatten doch immer wieder das ganze Dorf abgesucht und auch in den Wiesen und Wäldern in der Umgebung nach ihr gerufen...

Anruf in der Tierarzt-Praxis, es war schon ausserhalb der Geschäftszeit, aber glücklicherweise nahm jemand ab, gab mir die E-Mail-Adresse, ich schickte wieder die Fotos und: Ja, es sehe so aus, als sei das unsere Lady. Aber sie sei in erbärmlichem Zustand, wir sollten uns keine zu grossen Hoffnungen machen. Um 22:00 Uhr ein weiterer Anruf aus der Praxis, Lady habe ein multiples Organversagen und eine Pankreatitis; es bestehe praktisch keine Hoffnung, dass sie wieder gesund werde. Wir sollten am Morgen in die Praxis kommen.

Wir beschlossen, meine Tochter, die sehr an diesem Tierchen hing, noch nicht zu benachrichtigen. Wir wollten erstens sicher sein, dass es wirklich Lady war, und zweitens wollten wir ihr unnötige Aufregung ersparen, hatte sie sich doch weitgehend damit abgefunden, dass ihre älteste Freundin, die sie seit 17 Jahren begleitet hatte, wohl nicht mehr am Leben sei. Heute Morgen also begaben wir uns zur Tierärztin. Es war tatsächlich unsere Lady, und sie sah wirklich erbarmungswürdig aus, abgemagert, struppig, mit glanzlosem Blick. Immerhin reagierte sie auf unsere Anwesenheit, schmiegte sich in meines Partners Arme und begann sogar leise zu schnurren.

Aber: Ihre Blutwerte seien so miserabel, dass es nicht zu verantworten sei, sie mit künstlicher Ernährung und weiteren Massnahmen zu plagen. Sie habe grosse Schmerzen, habe zwar ein wenig getrunken, aber nichts gefressen und auch nichts ausgeschieden. Mir tat das Herz weh, sie so zu sehen. Und noch mehr schmerzte mich, dass ich nun doch meine Tochter anrufen und ihr sagen musste, was mit ihrer geliebten Katze geschehen war. Sie kam, so schnell sie konnte und brach in Tränen aus, als sie ihre Katze in diesem Zustand sah. Die Tierärztin erklärte ihr, dass es für Lady keine Rettung mehr gebe, dass es auch im allerbesten Fall höchstens noch um eine Lebensverlängerung von zwei bis drei Wochen gehen könne, und dies unter heftigsten Schmerzen. Es sei eine Sache der Fairness, der Katze weiteres Leiden zu ersparen und sie einzuschläfern...

Oh Gott, ich konnte es fast nicht aushalten, meine Tochter so unglücklich und verzweifelt zu sehen! Sie rang mit sich, mit der Tierärztin, hielt ihre todkranke Katze im Arm. Es war so grauenhaft, so schlimm! Schliesslich stimmte sie schweren Herzens zu; Lady starb in ihren Armen. "Du bist das schönste, das beste Büsi, das es je gegeben hat!", flüsterte sie immer wieder und streichelte das Tierchen, so lange, bis dessen Herz nicht mehr schlug.

Es war bestimmt die richtige Entscheidung, aber ...ach, tut das weh! Nur eine Katze? Ja, aber eben diese eine, diese ganz besondere Katze!

Dienstag, 12. Oktober 2010

Wieviele Katzen...

... siehst du auf diesem Bild? Sicher? Zähl nochmal nach... Und da gibt es tatsächlich Fachleute, die behaupten, Katzen seien Einzelschläfer!Und das ist unsere Frühstücksbar für junge Katzen - in Sicherheit vor den älteren Büsis, die auch gerne Hüttenkäse mit Junior-Futter hätten ;-)

Montag, 1. Februar 2010

Fiammetta und ihr grosser Bruder

Letzten Sommer sind bei uns ein paar Kätzchen geboren worden, von denen ich vier richtig gut platzieren konnte. Zwei sind halbwild wie ihre Mütter - nicht zu fassen oder gar zu streicheln. Und eines musste ich einfach selbst behalten - Fiammetta, genannt Flämmli.

Fiammetta war sehr scheu und wollte sich nicht anfassen lassen. Aber da geschah etwas meiner Meinung nach Ungewöhnliches: Ihr grosser Bruder Harry vom vorigen Jahr "adoptierte" sie! Er ist ein richtiger Schmusekater, plüschig weich und trotzdem gross und stark. Unterdessen ist Flämmli zutraulich geworden - es scheint, als hätte Harry ihr beigebracht, dass wir nicht gefährlich sind ;-) Die beiden sind unzertrenntlich. Sie schlafen aneinander gekuschelt, sie fressen miteinander, sie gehen miteinander ins Freie und kommen auch zusammen wieder heim. Ein richtiger Glücksfall! Auf dem Bild ist übrigens deutlich zu erkennen, weshalb das "Baby" den Namen Fiammetta trägt: Sie ist ganz dunkel gesprenkelt und hat auf der Stirn eine orangerote Zeichnung wie eine Flamme...

Demnächst werde ich das Katzenmädchen sterilisieren lassen müssen; ich hoffe, das weckt nicht wieder ihr Misstrauen.

Montag, 31. August 2009

Sommerkätzchen

Nachdem eine "unserer" halbwilden Katzen im Frühjahr einen ersten Wurf verloren hatte, bemerkte ich einige Wochen später wieder einen dicken Bauch ... und dann war sie eine Zeitlang verschwunden. Vor zwei Wochen hörte ich dann plötzlich das typische Fiepen junger Kätzchen - und da sind sie: Die Katzenmutter - die ich übrigens noch nie streicheln konnte, weil sie so scheu ist - hat uns ihre fünf etwa Mitte Juli geborenen Babies gebracht. Sie sind wirklich allerliebst! Erstaunlicherweise sind die Kleinen recht zutraulich - wenn man bedenkt, dass ihre Mutter zu den misstrauischen halbwilden Katzen gehört, die wir über den Winter jeweils durchfüttern, und sich noch nie hat berühren lassen. In das dunkle Kätzchen (oben links) habe ich mich innert kürzester Zeit so sehr verliebt, dass es wohl bei uns bleiben wird ;-) Das hellgraue und das dunkle Tigerli werden in etwa vier Wochen bei meiner Cousine ein neues Zuhause finden (sie hatte mir meine beiden Perücken besorgt und in Form geschnitten, nachdem ich aufgrund der Chemotherapie meine Haare verloren hatte).

Die anderen beiden - das dreifarbige im obersten Bild und das Tigerli mit Weiss im mittleren Bild - sind noch zu haben! Wer Interesse an den kleinen Taschentigerli hat, melde sich einfach bei mir...

P.S.:
Die Katzenmutter ist übrigens durchaus zu Recht so misstrauisch; wir würden sie nämlich kastrieren lassen, wenn wir ihrer habhaft würden ;-)

Donnerstag, 2. Juli 2009

Ein Baby-Kätzchen zum Schöppele

Am vergangenen Freitag hat mir eine Bäuerin aus dem Dorf ein winzig-kleines Kätzchen gebracht mit der Bitte, dieses doch aufzupäppeln, da es von seiner Mutter vernachlässigt werde und keinesfalls eine Überlebenschance habe. Es wog gerade mal 95 Gramm und hatte schrecklich verklebte Äuglein. Durch das struppige Fell war jedes Knöchlein zu spüren - ein Bild des Jammers!

Eigentlich bin ich ja viel zu erschöpft für diese Aufgabe, aber dann wieder ... ich kann dieses Tierchen doch nicht einfach sterben lassen, oder? Ich war keineswegs davon überzeugt, dass es überhaupt zu retten sei, aber einen Versuch war es mir wert.

Unterdessen wiegt das Katzentierli stolze 210 Gramm, das Fellchen ist glänzend und wuschelig geworden, und sogar die Äuglein schauen schon ganz munter in die Welt! Unterdessen habe ich doch Hoffnung, dass das Büseli überleben kann. Da mir noch nicht ganz klar ist, ob es sich um ein Meiteli oder um ein Büebli handelt, nennen wir es Wally - das passt ja für beides ;-)

P.S.:
Bereits hat infolge der Chemotherapie der Haarausfall angefangen, und meine Haut sieht irgendwie teigig aus. Na ja, was soll's - Hauptperson auf diesem Foto bin ja nicht ich, sondern Wally ...

Montag, 16. März 2009

Frühlingsgefühle, Rapunzel und Katzenjammer

Heute aber: Ha - wenn das kein Frühlingstag war! Prachtswetter, sogar ein wenig Wärme und - ach, dieses Licht! Langsam, ganz langsam schmilzt der Schnee (und ich will jetzt nicht daran denken, dass auf Freitag schon wieder "Schneefälle bis in tiefe Lagen" angekündigt ist). Am Nachmittag habe ich im Gewächshaus gejätet - ja, das war tatsächlich schon nötig! Der Nüsslisalat (Rapunzel), den ich im Oktober noch gesät hatte, ist erntereif; heute Abend habe ich mir den ersten Salat aus dem eigenen Garten zubereitet ... mmmh! Ich habe ja schon öfter über unsere behinderte Katze Bruja berichtet. Sie hatte im Spätsommer 2007 einen Hirnschlag und ist seither inkontinent, ihre Hinterbeine sind gelähmt. Aber sie ist eine sehr tapfere Katze mit einem unbändigen Lebenswillen. Sie hat gelernt, ihre gelähmten Beine zwischen die gesunden Vorderbeine zu nehmen, sich hochzustemmen und sich so fortzubewegen. Seit sie das kann, ist sie wieder ziemlich mobil und es geht ihr viel besser.Ich habe sie am Nachmittag mit nach draussen genommen und auf die Treppe gesetzt. Auf dem Bild sieht man das gestreckt gelähmte rechte Hinterbein; das linke ist unbeweglich in angezogener Position. Zusammen mit der Tierärztin überlegen wir zur Zeit, ob dieses Bein nicht besser amputiert werden sollte. Die TA meinte, Bruja könnte sich dann wieder freier bewegen - sie sei abgesehen von der Lähmung und der Inkontinenz kerngesund und könne noch ein paar Jahre leben.
***
Nun weiss ich nicht, ob ich es noch "ein paar Jahre" aushalte, dass unsere Wohnung infolge ihrer Inkontinenz schlecht riecht, obwohl ich ständig hinter ihr herputze. Andererseits ist sie ja sehr brav: Sie hat verstanden, dass sie sich nur an bestimmten Plätzen niederlassen darf, die ich mit wasserundurchlässigen Moltons und Frottétüchern abgedeckt habe. Weil sie sich daran hält, sind die Geruchsimmissionen meistens gar nicht so schlimm. Gäste haben allerdings schon deutlich die Nase gerümpft...
Die Alternative wäre, sie einzuschläfern - deutlich gesagt: sie zu töten (oder töten zu lassen)! Und ob ich das aushielte, weiss ich nun wirklich nicht...

Dienstag, 3. Februar 2009

Ein Hauch von Frühling...

Heute ist es hier richtig warm - wenigsten im Vergleich zu den vergangenen Wochen: ganze 9,5°C! Unglaublich, wie die Sonne (und der Föhn) den Schnee wegzuputzen vermögen - diese zwei Bilder zeigen unsere Zufahrtsstrasse gestern und heute. Natürlich geniessen auch unsere Katzen den Sonnenschein. Sie nehmen die Jahreszeiten so selbstverständlich, da bin ich fast versucht, ein wenig neidisch zu sein ;-) Tusnelda und ihr Ur-Grossneffe (!) Walzer (re.) sitzen auf dem Holz, das wir nächsten Winter verheizen wollen, und wärmen schon mal vor... Lilly, Tochter einer Wildkatze, die im Winter jeweils in unserem Schopf wohnt, haben wir mit viel Geduld "gezähmt"; sie lässt sich jetzt streicheln, geht aufs Katzenklo und schläft gerne auf dem Ofenbänkli. Für sie und ihren Bruder Harry suchen wir immer noch ein geeignetes Plätzli! Dieses aparte Kätzchen trägt den mindestens zweideutigen Namen Tüpfi - einerseits, weil sie im weissen Pelz (und auf der Nase!) so schöne schwarze Tupfen hat, andererseits, weil sie ein wenig zickig ist und sich kaum anfassen lässt - ein richtiges Tüpfi eben! Wir werden sie behalten, weil sie mit ihrem etwas schwierigen Charakter (den sie von ihrer streunenden Mutterkatze geerbt haben muss) neuen Haltern kaum zuzumuten ist... Und für sie selbst wäre es wohl auch ein Albtraum, sich an neue Menschen gewöhnen zu müssen. Und das ist unsere Chloé: elegant, geschmeidig, schlank und verschmust - unser Flaschenkätzchen! Sie ist in Weiss, Grau und Fuchsrot ganz speziell gemustert und von äusserst einnehmendem Wesen - ein Traum von einem Büsi! Sie "gehört" eigentlich unserer Nachbarin, die sie - eingeklemmt zwischen Heu und Scheunenbalken - als winziges Pelzknäuel gefunden hatte. Da ihr Mann partout keine Katzen wollte/will, habe ich sie aufgezogen, und nun wohnt sie eben bei uns ;-)

Die restlichen Katzen sind unterwegs, wohl auf der Suche nach dem Frühling. Einige von ihnen werden uns bald verlassen und den Sommer an einem uns unbekannten Ort verbringen. Aber spätestens im nächsten Winter werden sie sich wieder bei uns blicken lassen. Hier gibt es schliesslich ein geschütztes, trockenes Plätzchen und jeden Abend warme Milch und Futter...

Montag, 12. Januar 2009

Griselda ist im Katzenhimmel

Als ich heute Morgen unsere felinen Kostgänger füttern wollte, fand ich die gute Griselda unbeweglich im Schopf liegend. Allerdings atmete sie noch, deshalb nahm ich sie ins Haus an die Wärme. Ich streichelte sie und sprach mit ihr, sass immer wieder einfach still bei ihr, aber nach ein paar Stunden ist sie gestorben.
Sie "wohnte" schon in diesem Schopf, bevor wir in dieses Haus eingezogen sind, war also möglicherweise schon ziemlich alt. Sie war eine fleissige Jägerin und hat manche Maus erlegt. Das Foto stammt vom Neujahrstag - ich hätte nie gedacht, dass sie sich so bald in Richtung Katzenhimmel aufmachen würde...

Samstag, 27. Dezember 2008

Katzennest

Während unsere Katzen sich in der warmen Jahreszeit vorwiegend im Freien aufhalten, bleiben sie im Winter gerne drinnen an der Wärme und kuscheln sich in die Schaffelle, die bei uns überall auf den Stühlen und auf der Couch liegen. Ist dieses Katzen-Trio nicht bezaubernd?Das sind unsere Frühlingskätzchen, der Nachwuchs von den wilden Katzen, die sich hier herumtreiben und nicht einfangen lassen (als wüssten sie, dass wir sie schnurstracks zwecks Kastration zum Tierarzt brächten). Diese drei haben sich mit viel Geduld zähmen lassen; nun sollte sich nur noch jemand finden, der diesen putzigen Tierchen ein Daheim bietet.
Das weisse Weibchen mit den schwarzen Tupfen heisst Tüpfi, weil sie einerseits so aussieht und andererseits auch ganz schön zickig sein kann. Die beiden Tigerli sind Zwillinge und heissen Lilly (weil sie wie eine Tigerlilie gemustert ist) und Harry (nach dem Song You Can Call Me Tiger von Harry Belafonte).

Freitag, 12. September 2008

Katzensalat ...

Abgesehen davon, dass ich mich gern mit Wolle - von der Rohwolle übers Waschen und Färben bis hin zum Kardieren, Spinnen und Verstricken - beschäftige, bin ich eine Katzenfreundin. Wir haben sechs eigene Katzen, die mit uns zusammen leben und bei uns ein und aus gehen.

Rund ums Haus lebt noch etwa ein Dutzend wilde Katzen, die wir jeweils im Winter etwas füttern und ihnen helfen, die kalte Jahreszeit unbeschadet zu überstehen. Wir haben eine Kiste mit alten Schaffellen wind- und schneedicht ausgekleidet, und darin kuscheln sie sich jeweils zusammen und geben einander warm.

Diese Tiere sind zum Teil so scheu, dass wir sie nicht einmal streicheln können. Vor allem zwei von den Weibchen entziehen sich jedem direkten Kontakt, sodass wir sie bis jetzt noch nicht einfangen und sterilisieren lassen konnten. Mit dem Resultat, dass die Katzenfamilie jeden Frühling um mindestens vier Jungkätzchen wächst. Manchmal gelingt es, so ein Katzenbaby an uns zu gewöhnen und stubenrein zu kriegen, sodass wir für sie ein Plätzchen suchen und sie weitergeben können.


Unsere Katzen - d.h. jene Büsis, die sozusagen zur Familie gehören - sind natürlich alle kastriert resp. sterilisiert. Dennoch gibt es immer wieder Katzenkinder, die infolge unglücklicher Umstände von ihrer Mutter verlassen wurden, die ich dann mit der Flasche aufziehe. Diese weiterzugeben fällt mir zwar jeweils schwer, aber immerhin habe ich so für ein Weilchen öppis z'bäbele ...

Heute Abend hat sich's ein Teil unserer Katzenfamilie auf unserem Bett bequem gemacht. Zwei davon habe ich von Hand aufgezogen, und zwar die beiden links - Chloé und Tonto.
Das weisse Kätzchen mit den schwarzen Tupfen heisst Pünktli und ist ein Junges von den Wildkatzen. Sie ist noch ein wenig scheu, beginnt sich aber an uns zu gewöhnen. Wir suchen für sie in etwa zwei bis drei Wochen eine Familie, wo sie sowohl Familienanschluss als auch genügend Auslauf haben wird. Die graue Katze ganz rechts heisst Kassandra und ist seit rund drei Jahren bei uns.

Auf dem Bild fehlen unsere beiden Altkatzen Bruja und Strega sowie die dreifarbige Streunerin Morgana.

Sonntag, 10. August 2008

Wolkenwolle gewaschen

Das schöne, sonnige Sonntagswetter habe ich genutzt, um noch einmal zwei Gelten (Wäschezuber) voll Rohwolle von Milchschaf-Lämmern zu waschen, die ich im Frühling geschenkt bekommen hatte. Die Wolle war sehr sauber und fast gar nicht eingestreut, und sie ist sooo herrlich weich und schön, dass ich sie wohl ohne zu Kardieren verspinnen könnte. Aber ich möchte sie mit Seide mischen, also wird demnächst die Trommelkarde in Betrieb genommen. Die getrocknete Wolle sieht so flauschig-flockig aus wie Schäfchenwolken.
Und ja, die Wolle ist tatsächlich makellos. Ich könnte immer wieder meine Hände in diese weichen Fasern wühlen, mir Wollflocken an die Wange halten, daran riechen! Welch ein Traum von Wolle, ich bin einfach begeistert!
Unser Kater Dandy ist ein sehr disziplinierter Kater, hat er doch sehr schnell begriffen, dass die zum Trocknen ausgelegte Wolle für ihn tabu ist. Kaum hatte ich die Wolle jedoch verpackt, liess er sich auf dem Wolltrockentuch nieder und schnurrte drauflos ...

Freitag, 8. August 2008

Katze im Netz

Unsere kleine Flaschenkatze Chloé wächst schnell und wird immer lebhafter und verspielter. Ihre Kollegin wurde bereits vor einigen Wochen von ihrer neuen Familie abgeholt, worauf sich Chloé unserem Kater Tonto angeschlossen hat, den ich vor zwei Jahren ebenfalls mit der Flasche aufgezogen hatte. Die beiden verstehen sich prächtig und tollen durchs Haus, dass es eine Freude ist, ihnen zuzuschauen.
Vor ein paar Tagen hat Chloé entdeckt, dass unser Moskitonetz ein hervorragendes Klettergerät ist. Das hinterlässt natürlich Spuren, und das Netz sieht entsprechend ziemlich verlöchert aus. Chloé benützt das Netz unterdessen auch als Hängematte - nur das Herunterklettern bereitet ihr noch Schwierigkeiten ;-)
Wir freuen uns jeden Tag über unser Katzenmädchen, und da sie mit unseren alten Katzen gut zurecht kommt und sich bestens in die Büsifamilie integriert hat, werden wir sie wohl als Mitglied unserer Wild Bunch behalten.

Montag, 23. Juni 2008

Und noch ein Kätzchen...

Am Sonntagabend spät läutete es an der Haustür, und ich begrüsste ganz überrascht meine andere Nachbarin, A., die eine Schachtel in Händen hielt. Darin war - wer hätte das gedacht? - ein junges Kätzchen. Ob ich wohl das kleine Tierchen aufziehen könnte...?

Meine Nachbarn hatten gerade das letzte Fuder Heu eingebracht (mittels Heugebläse auf den Heustock in der Scheune befördert). Beim Stocken hat A. dieses Kleine gefunden, eingeklemmt zwischen Heu und Balken. Sie habe ihm etwas Milch gegeben, aber ihr Mann möchte keine Katzen im Haus haben. Das Büseli (übrigens auch ein Weibchen) ist zwar in einem deutlich besseren Zustand, als es das Tigerli war (es wiegt schon 395 Gramm), ist aber immer noch viel zu klein, um es sich selbst zu überlassen.

Während ich für das Tigerli noch keinen passenden Namen gefunden habe, war mir schon nach etwa 20 Minuten klar, dass der Neuzugang Chloé heissen muss (nach der Schauspielerin Mary Lynn Rajskub, die in der amerikanischen TV-Serie 24 die Geheimagentin Chloe O'Brien spielt). Ich finde den Gesichtsausdruck so unglaublich ähnlich, dass sich der Name geradezu aufdrängte... ;-)

Es ist ganz gut, dass das Tigerli ein Gspänli bekommen hat. Obwohl - am Anfang sah es gar nicht so aus, als würden sie sich gut vertragen. Aber nach ein paar Stunden kamen sie einander näher, und unterdessen haben sie sich bereits angefreundet.

Nur das Schöppele wurde etwas komplizierter ... jedes will als erstes trinken. Aber wir kommen zurecht miteinander!

Samstag, 21. Juni 2008

Aazele, Böle schele ...

Nach zwei Tagen geht es dem kleinen Tigerli schon viel besser. Die Äuglein sind dank einer Behandlung mit Kamillentee und Augensalbe ganz klar geworden ... und ganz blau! Tigi bekommt alle zwei Stunden das Fläschchen und hat schon 55 Gramm zugenommen. Ist sie (ja, es ist ein Mädchen!) nicht allerliebst?

Sie ist so drollig mit ihren kurzen, krummen Baby-Beinchen ... man könnte meinen, sie hätte ihr bisheriges Leben in Wallisellen verbracht ;-) Und sie ist offensichtlich auch klug - jedenfalls hat sie das mit der Katzentoilette in Rekordzeit begriffen (ich habe noch nie ein Malheur aufputzen müssen). Und in der Nacht schläft sie immerhin schon fast fünf Stunden durch, ohne nach dem Schoppen zu rufen.

Donnerstag, 19. Juni 2008

Pelziger Gast

Als ich heute Abend bei meiner Nachbarin M. Milch holte, bat sie mich um einen Gefallen. Ja klar, jederzeit doch! Ich war gespannt zu hören, was für ein Anliegen sie haben mochte. Und dann zeigte sie mir fünf junge Kätzchen, von denen eines sooo winzig war, dass ich fast darauf getreten wäre. Die Mutter kümmere sich nicht darum, und sie werde es wohl töten müssen.

M. ist eine Bäuerin durch und durch, die ihren Hof mit sieben Kühen und Kälbern allein bewirtschaftet. Sie hat im Moment so viel mit Heuen usw. zu tun, dass sie keine Zeit habe, ein verstossenes Büseli mit der Flasche aufzuziehen. Ob ich vielleicht...? Ich scheine im Dorf ein wenig bekannt dafür zu sein, dass ich ein Herz für Katzen habe und auch schon Katzenbabies aufgezogen habe. Nun denn: Hier ist mein Gast auf Zeit, munzig klein und mit verklebten Äuglein. Es wiegt mit seinen etwa vier Wochen gerade 260 Gramm und ist ganz mager. Mal sehen, ob wir das kleine Pelzknäuel durchbringen.