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Montag, 1. August 2011

Das Walliser Landschaf

Faserfeinheit: F4 – F5 (ca. 30 mic); Faserlänge/Stapellänge: > 5 cm in 180 Tagen; Kräuselung: kaum gekräuselt; Glanz: wenig

Verwendbar für: Kleidung, aber heutzutage eher nicht direkt auf der Haut zu tragen (ausser Socken); früher wurde aus der Wolle sogar (Rheuma-)Unterwäsche gefertigt!

Filz-Qualitäten: Filzt sehr gut! Es können zuschneidbare «Stoffe» gefilzt werden für Jacken, Hosen, Taschen, Kissen usw.

Über die Schafe: Das Walliser Landschaf ist ein ausgesprochenes Selbstversorgerschaf: frucht­bar, genügsam und widerstandsfähig mit ausgezeichneter Alpgängigkeit. Die Wolle dieser Schafe findet breite Verwendung zur Herstellung von Kleidern. Daraus gefertigte Strümpfe und Unter­wäsche sind warm und gesund, speziell gegen Gelenk- und Rheumaerkrankungen.

Die «älwen» und schwarzen Oberwalliser Schafe trugen höchstwahrscheinlich zur Entstehung des Berner-Ober­länder Bergschafs, d.h. des Frutigschafs (dem Vorläufer des Elbeschafs) bei. Um 1400 gelangten solche Schafe ins Berner Oberland und ins Saanenland. Die siegreichen Berner brachten Walliser Schafe als Kriegsbeute nach Hause. Schon die ursprünglichen Frutigschafe trugen Hörner. Die Jungtiere des Walliser Landschafes sind gänzlich schwarz. Erst im Laufe des Lebens wird das Vlies heller und bräunlich, im Alter ergrauend.

Das Walliser Landschaf war seit den 1920er Jahren wegen der starken Konkurrenz durch das Weisse Alpenschaf (WAS) im Verschwinden begriffen. Hinzu kamen nach dem Zweiten Weltkrieg grossangelegte Ausmerzaktionen zur Bekämpfung von Tuberkulose und Bang in (kaum je befalle­nen!) Walliser Schafherden. Innert einem Jahrzehnt wurde das Walliser Landschaf so fast voll­ständig ausgerottet. Jedoch hielten einige Liebhaber an dieser alten Rasse fest.

1985 stiess Pro Specie Rara (PSR) im Oberwallis auf einige Schafhalter, die noch mit grösseren Gruppen Tieren des braunen Farbschlags züchteten. PSR konnten einige Tiere aufkaufen und Zuchtgruppen an interessierte Halter abgeben. Heute sind über 1000 Tiere in sämtlichen Regionen der Schweiz anzutreffen (brauner und schwarzer Farbschlag).

Herausragend sind die Muttereigenschaften der Walliser Auen. Die Widder sind aufmerksame Hüter ihrer Herden, gutmütig den Lämmern gegenüber, und sorgen für Ordnung unter den Jung­böcken.

Walliser Landschafe sind ruhige, standorttreue Tiere. Bei entsprechender Zuwendung können sie sehr zutraulich werden. Die Herden werden immer von einer Aue geführt, die weiblichen Tiere fechten die Machtkämpfe unter­einander aus.

Das Walliser Landschaft ist widerstands­fähig und kälteunempfindlich. Es kommt mit sehr rohfaserreichem Futter aus, es ver­schmäht Kraftfutter und «moderne» Mast­wiesen und ist auch für hochgelegene Alp­weiden geeignet.

Eigene Erfahrungen mit der Faser: Die Wolle hatte ich schon vor einiger Zeit gut vorsortiert von einer Züchterin im Zürcher Oberland geschenkt bekommen. Ich habe die Wolle in heisser Seifenlauge gewaschen, ins letzte Spülwasser gab ich einen Schuss Apfelessig. Die gewa­sche­ne Wolle fühlte sich zwar eher hart und widerspenstig an, liess sich aber gut karden und ergab ein erstaunlich weiches Vlies. Versponnen habe ich diese Wolle noch nie, aber früher verfilzt mit aus­­gezeichneten Ergebnissen.

Kontakt-Adressen: Zuchtverein Walliser Landschaf
Präsident: Joseph Rais, Rte. De Burtigny 507, CH-1269 Bassins (info@walliser-landschaf.ch)

Bezugsquellen (Schweiz):
Zürcher Unterland:
Lotti Andres, Hägelen, 5467 Fisibach; Wolle, Fleisch (lotti.andres@gmx.ch)

Mittelland:
Jacqueline Zurkirch, Hauptstrasse 12, 5647 Oberrüti; Wolle, Fleisch (
jacky@rahmenlos.ch)

Westschweiz:
Bernard Lehmann, Sous la Sagne 3, 2722 les Reussilles; Fleisch (beleh@bluewin.ch)

Fotos: © Zuchtverein Walliser Landschaf



Die Faserproben des Walliser Landschafs habe ich unterdessen an die Interessentinnen verschickt. Zwei Proben sind noch übrig geblieben - falls jemand Interesse daran hat (gegen Versandkosten), bitte melden!

Dienstag, 12. Juli 2011

Fasertausch fertiggestellt: Das Engadiner Fuchsschaf

Faserfeinheit: 28 – 32 mic (F3 – F5)

Faserlänge/Stapellänge: 10 – 14 cm

Kräuselung: kaum gekräuselt

Glanz: wenig Glanz

Verwendbar für Jacken, Pullover, Mützen, Socken, Handschuhe; besser nicht direkt auf der Haut zu tragen. Gefilzt für Sitzkissen, Decken, Taschen usw.

Filz-Qualitäten: filzt gut und fast von selbst

Über die Schafe: Die Ostalpen wurden seit dem späten Mittelalter von italienischen Schäfern genutzt, deren Schafe (v.a. Bergamaskertypen) sich mit den angestammten Tieren vermischten, worauf sich auch im Engadin (Kanton Graubünden, Schweiz) ein Schlag entwickelte, der sich besonders an die harten Anforderungen der Berge anpasste: grossrahmige, mischwollige Tiere mit Ramskopf und Hängeohren. Ihre widerstandsfähigen Klauen und die Trittsicherheit im Gebirge wurden speziell hervorgehoben.

Engadiner Fuchsschafe sind asaisonal und weisen unter allen Schweizer Schafrassen die beste Fruchtbarkeitsleistung auf. Im Durchschnitt werden pro Mutterschaf bis drei Lämmer pro Jahr geboren. Robuste und fruchtbare Zuchtauen können in acht Nutzungsjahren beeindruckende Lebensleistungen von bis zu 24 Lämmern erreichen.

Engadiner Fuchsschafe werden heutzutage vor allem wegen ihres hervorragenden Fleisches gehalten; es ist vergleichsweise mager und entspricht damit modernen Ernährungsempfehlungen. Die Wolle wird heute leider hauptsächlich zur Herstellung von Isolationsmaterial verwendet.

Im Rahmen der Rassenerhaltungsprogramme der Stiftung Pro Specie Rara (PSR) wurde das fuchsfarbene Engadiner Schaf, das seiner braunen «Kutte» wegen auch romanisch besch da pader (Pater-Schaf) genannt wird, gefördert; heute gibt es zwei Farbschläge, den ursprünglichen braunen und einen schwarzen. Mittlerweile ist der Bestand auf ein gutes Niveau angewachsen, sodass neben der Erhaltungszucht vermehrt auch eine Leistungsselektion stattfinden kann.

Eigene Erfahrungen mit der Faser: Ich konnte die Wolle direkt vom Zuchtleiter des Schweizerischen Engadinerschaf-Zuchtvereins kaufen– frisch ab Schaf, sauber vorsortiert. Gewaschen habe ich sie in heisser Seifenlauge, danach gespült, bis das Wasser klar blieb; ins letzte Spülwasser gab ich einen Schuss Apfelessig. Die gewaschene Wolle fühlte sich überraschend weich an.

Die langstapelige Wolle liess sich spielend leicht karden; hingegen war das Spinnen und Zwirnen wider Erwarten nicht so einfach, sie liess sich z.B. nur schlecht ausziehen. Die Wolle eignet sich wohl doch besser zum Filzen.

Kontakt-Adressen: Schweizerischer Engadinerschaf-Zuchtverein (SEZ)
Ueli Felix (Präsident), Obere Mörenau, CH-9514 Wuppenau
u.felix@felix-gartenbau.ch

Fotos: © Schweizerischer Engadinerschaf-Zuchtverein



Fasertausch: Wollverarbeitung

Nachdem ich die Wolle gewaschen und getrocknet hatte und mich an deren erstaunlicher Weichheit erfreute, ging's weiter mit der Verarbeitung. Schwarzer Farbschlag:
Brauner Farbschlag:
Zuerst wurde die Wolle nochmals sortiert; die schönsten Flocken kamen auf die Trommelkarde.
Gekardete Wolle des braunen Farbschlags:
Dann spann ich die Wolle zu Fäden, von jedem Farbschlag einen. Einmal mehr hat sich mein Humanus-Spinnrad bestens bewährt, obwohl sich die Wolle ziemlich sträubte.
Schlussendlich zwirnte ich die beiden Fäden zusammen und wog die Stränglein ab - 10 Gramm verarbeitete Wolle sollte jede Fasertausch-Teilnehmerin erhalten.
Dazu 10 Gramm Kardwolle, 20 Gramm gewaschene Rohwolle und eine Beschreibung der Rasse "Engadiner Fuchsschaf.
30 solcher Päckchen habe ich gefüllt - für jede Teilnehmerin eines. Dann packte ich das Ganze in eine grosse Kartonschachtel, und ab ging das Paket...

Montag, 4. April 2011

Fasertausch - Engadiner Fuchsschaf

Vor rund einer Woche habe ich nun das Material für meinen Beitrag zum Projekt Fasertausch erhalten: Ich bearbeite Wolle vom Engadiner Fuchsschaf; es gibt braune und schwarze Fuchsschafe. Für das Projekt verarbeite ich Wolle des braunen Farbschlags. Zu meiner Kleinbäuerinnen-Zeit - lang, lang ist's her! - hatte ich selbst Tiere dieser Rasse und erinnere mich gerne an die zutraulichen Tiere. Die goldbraune Wolle ist einfach traumhaft! Zwar nicht so fein und weich wie Merinowolle, aber dank Jahresschur langstaplig und gut zu verarbeiten.
Zu sortieren gab es fast nichts - der Zuchtleiter des Schweizerischen Engadinerschaf-Zuchtvereins hat mir wunderschöne Vliese geschickt, praktisch ohne Grannenhaare, Einstreu oder Kot.Zum Waschen benützte ich eine sehr gut gelagerte Kernseife der Marke "La Feuille", die vermutlich noch von meiner Ur-Grossmutter stammt; sie ist wohl gegen hundert Jahre alt... Aber für diese schöne Wolle und das Fasertausch-Projekt "opfere" ich das Erbstück gerne. Ich schichtete die Fasern und Seifenspäne (geraspelt) schichtweise in Plastikwannen, übergoss die Wolle mit sehr heissem Wasser und liess die Lauge während 24 Stunden ihre Arbeit tun. Am Sonntag spülte ich die Wolle in klarem Wasser, schleuderte sie in einer eigens für solche Zwecke angeschafften Mini-Wäscheschleuder, legte die sauberen Flocken auf einem Leinentuch in die Sonne zum Trocknen.
Die Wolle wartet nun geduldig auf ihre Weiterverarbeitung; und ich freue mich, dass ich mir genug Schurwolle habe schicken lassen, sodass ich etliches davon noch für mich selbst verarbeiten kann!

Donnerstag, 7. Mai 2009

Wollgeschenk

Letzte Woche fragte Esther, wer sich wohl für die Wolle interessiere, die nach dem Stricken ihres Sommertops übriggeblieben ist. Ich meldete mich sofort, und heute kam ihr Päckli bei mir an. Darin fand ich nicht nur die Restwolle (rechts im Bild), sondern auch noch eine Strange Sockenwolle, gefärbt von der Schönfärberei.
Herzlichen Dank, liebe Esther, du hast mir damit eine grosse Freude gemacht!
Und wenn ich schon dabei bin, hier noch die Wolle, die Brigitte mir anlässlich unseres Sattelegg-Treffens geschenkt hatte. Die Wolle hat Brigitte selbst gefärbt, ich finde die Färbung sehr gut gelungen und bin gespannt, wie dieses Garn verstrickt aussehen wird. Herzlichen Dank, liebe Brigitte!

Freitag, 6. Februar 2009

Post vom Wollmobil

Heute ist ein Paket von Barbaras Wollmobil bei mir eingetroffen. Leider kam ich erst relativ spät abends nach Hause, sodass das Päckli auf mich warten musste. Ich habe mir evilla in meinen Lieblingsfarben bestellt, aus der ich mir diese Jacke stricken möchte. Dazu kamen noch drei Drops-Hefte und ein allerliebster Maschenmarkierer von Schnugis.net. Danke, liebe Barbara - das ging wieder richtig schnell!

Sonntag, 5. Oktober 2008

Etwas zum Stricken, etwas zum Spinnen

Heute hat mich Rita von der Spinn-Web-Stube mit ihrer Familie besucht. Wir trafen einander im Restaurant Stausee in Innerthal, wo wir gemütlich speisten und miteinander plauderten. Nach dem Kaffee fuhren wir zu mir, wo Rita die Schätze auspackte, die sie mir mitgebracht hatte:Und zwar 400 gr Dochtwolle, 400 gr SeaSilk (70% Seide, 30% Seacell®), 120 gr Tuchwolle (als Geschenk - herzlichen Dank!) aus ihrem Shop und je 1 kg Kardband in Austral-Merino (graumeliert) und Bluefaced Leicester (naturweiss) von Wollknoll. Damit werde ich wohl ein Weilchen beschäftigt sein ;-) Ich bin absolut begeistert von der hohen Qualität der Garne, die Rita in ihrem Shop anbietet!

Ich habe mich sehr über diesen Besuch gefreut; es war ein richtiges Highlight, mit dieser frohen Familie den Sonntag zu verbringen!

Dienstag, 16. September 2008

Gefärbte Wolle auf der Trommelkarde

Nachdem ich in letzter Zeit viel Wolle gefärbt habe, bin ich jetzt dabei, diese auf der Trommelkarde (Ashford) fürs Spinnen vorzubereiten. Ich staune immer wieder, wie viel von der an sich langstapeligen Wolle auf der kleinen Walze hängenbleibt und frage mich, was damit wohl noch anzufangen wäre. Da die Wolle von Milchschafen schlecht filzt, fällt diese Möglichkeit weg, als Stopfwolle ist sie mir zu schade ... vielleicht kann ich diese Resten ja noch einmal mit engerem Walzenabstand durch die Trommelkarde drehen. Mal sehen.
Die fertig gekardete Wolle ist unglaublich weich - ich freue mich schon aufs Spinnen!
Auf dem unteren Bild sind die Farben etwas besser zu erkennen. Die Färbungen erfolgten mit pflanzlichen resp. tierischen Farbstoffen (von Wollknoll).
Die orange-gelbe Wolle wurde mit 50%/50% Orléansaat und Sandelholz gefärbt, die Wolle ganz rechts mit Blauholz, beide Färbungen erfolgten ohne vorherige Beize. Alle vier Rot- resp. Rosatöne sind Cochenillefärbungen, die Wolle ganz rechts ist eine mit Cochenille überfärbte Blauholzfärbung. Es gibt noch fünf weitere Cochenillefärbungen, die ich nach und nach zeigen werde, sobald die Wolle gekardet ist. Alle diese Farben entstanden aus lediglich 20 Gramm (!) gemörserter Cochenille, zum Teil unter Zugabe von Weinsteinrahm, Weinsteinsäure oder Eisensulfat. Die Wolle für die Cochenillefärbungen hatte ich zuvor jeweils für 24 Stunden in Kaltbeize eingelegt.

Montag, 8. September 2008

Färbeküche

Also - das hätte ich mir nun doch nicht wirklich träumen lassen: Ich hatte sehr viel Wolle gefärbt in den letzten rund zwei Wochen. Und heute Abend, als ich nochmal einen Versuch mit der beinahe schon ausgelaugten (?) Cochenille-Farbflotte machen wollte, stellte ich mit Schrecken fest, dass ich nicht mehr genug gewaschene weisse Wolle habe. Das heisst, ich habe Unmengen Wolle verbraucht und habe es nicht mal gemerkt ;-))) Und deshalb wird meine kleine Färbeküche heute Nacht still stehen. Ts, ts, ts ...
Also habe ich sofort, allerdings schon fast im Dunkeln, meine Säcke mit Rohwolle nach brauchbaren Flocken durchsucht. Nun ja, so langsam werde ich anspruchsvoll und wasche oder färbe nicht mehr alles, was mir in die Finger kommt. Lieber sortiere ich schon vor dem Waschen aus, was sonst der Trommelkarde zum Opfer fallen würde, nämlich zu kurze und angefilzte Ware.

In der Hoffnung, trotz schlechten Lichtes wirklich schöne Wolle erwischt zu haben, füllte ich diese in die Gelten*, raspelte Kernseife darüber und füllte mit Wasser auf. Nun kann die Wolle schön einweichen; morgen früh werde ich sie dann spülen, schleudern, trocknen und beizen, damit die Färberei weitergehen kann.

Jaja, was mach man/frau nicht alles, wenn man so heftig mit diesem offensichtlich besonders aggressiven Wollverarbeitungs-Viren infiziert ist ... !

Im Bild vorne in der Mitte ist übrigens ein riesiger Alu-Topf mit einem Fassungsvermögen von 32 Litern zu sehen, den mir meine Mutter geschenkt hat, um darin Wolle zu färben - danke, Mami! Man/frau hat ja immer zu wenig (und vor allem zu wenig grosse) von diesen zweckgebundenen Töpfen. Mir ist, als hätte ich mal irgendwo gehört, wenn man Wolle in Alu-Geschirr färbe, könne man sich das Beizen mit Kali-Alaun sparen. Keine Ahnung, ob das stimmt. Ich mache mich mal auf die Suche nach entsprechenden Infos. Vielleicht weiss ja jemand vom Lavendelschaf oder von der Spinnwebe darüber Bescheid.

* Für allfällige Leser/innen aus Deutschland oder Österreich:
Gelte = schweizderdeutsch für (Wäsche-) Zuber

Sonntag, 10. August 2008

Wolkenwolle gewaschen

Das schöne, sonnige Sonntagswetter habe ich genutzt, um noch einmal zwei Gelten (Wäschezuber) voll Rohwolle von Milchschaf-Lämmern zu waschen, die ich im Frühling geschenkt bekommen hatte. Die Wolle war sehr sauber und fast gar nicht eingestreut, und sie ist sooo herrlich weich und schön, dass ich sie wohl ohne zu Kardieren verspinnen könnte. Aber ich möchte sie mit Seide mischen, also wird demnächst die Trommelkarde in Betrieb genommen. Die getrocknete Wolle sieht so flauschig-flockig aus wie Schäfchenwolken.
Und ja, die Wolle ist tatsächlich makellos. Ich könnte immer wieder meine Hände in diese weichen Fasern wühlen, mir Wollflocken an die Wange halten, daran riechen! Welch ein Traum von Wolle, ich bin einfach begeistert!
Unser Kater Dandy ist ein sehr disziplinierter Kater, hat er doch sehr schnell begriffen, dass die zum Trocknen ausgelegte Wolle für ihn tabu ist. Kaum hatte ich die Wolle jedoch verpackt, liess er sich auf dem Wolltrockentuch nieder und schnurrte drauflos ...

Sonntag, 27. April 2008

Gesponnen und gefärbt

Das Regenwetter der letzten Woche habe ich dazu genutzt, um ein wenig zu spinnen und zu färben. Ich habe immer noch einen ziemlich grossen Vorrat an Milchschafwolle, die ich nach und nach verspinnen und verstricken will. Nachdem ich früher eher dicke Garne gesponnen habe (ca. für Stricknadeln 5 - 6 mm), habe ich in den letzten Monaten geübt und gelernt, etwas feiner zu spinnen, sodass ich zum ersten Mal meine selbst gesponnene Wolle verzwirnen konnte. Dieses Garn hat nun eine Lauflänge von etwa 260m/100 gr.


Gefärbt habe ich insgesamt 250 gr Milchschafwolle im Vlies. Die im Bild rosafarbene Wolle geht in Wirklichkeit eher ins Violette, die dunkelrote Farbe (unten) stimmt ziemlich genau. Ich habe mit KoolAid gefärbt, und zwar mit fünf Beuteln Blackberry (rosa-violett, oben) und mit je vier Beuteln Strawberry und Blackberry (dunkelrot, unten). Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Ich überlege ich mir, ob ich die Farben separat spinnen und dann verzwirnen soll, oder ob das Ergebnis besser wird, wenn ich die beiden Vliese mit der Kardmaschine zusammenmische und als Verlaufgarn weiterverarbeite.


Ausserdem habe ich auch noch Seidengarn gefärbt. Ich habe vor einiger Zeit von meiner Mutter zum Teil schon verstricktes Seidengarn in Hellblau bekommen - eine Farbe, mit der ich gar nichts anfangen kann. Leider konnte ich nicht mehr herausfinden, was aus den bereits gestrickten Teilen hätte werden sollen. So habe ich alles aufgeribbelt, gewaschen und danach mit Ostereierfarben gefärbt. Das Ergebnis zeigt, dass ich Rottöne bevorzuge, und tatsächlich bin ich richtig glücklich über das Resultat dieser Färbung.


Nun bleibt mir noch, dieses schöne Garn zu verstricken. Ich weiss noch nicht so recht, ob daraus ein Sommerpullover oder eine leichte Jacke werden soll. Aber ich hab's ja nicht eilig...