Samstag, 25. Oktober 2008

Ich habe auch ein Drachen-Ei

Nachdem ich in verschiedenen Blogs Drachen-Eier gefunden habe, machte ich mich auf in die Höhle und schnappte mir auch eines von den Dingern...
Adopt one today!
Wer hätte denn gedacht, dass Drachen-Eier lila sind??? Was daraus werden soll - ich habe keine Ahnung und lasse es einfach auf mich zu kommen.
Adopt one today!
Ach ja, und weil die kleinen Drachen angeblich sterben, wenn man sich nicht um sie kümmert, adoptierte ich gleich noch eines; grüne Drachen-Eier kann ich mir schon eher vorstellen ;-)

Dienstag, 21. Oktober 2008

Weihnachten im Schuhkarton

Im Blog der strickenden Sonnenblume habe ich den Hinweis auf die Aktion Weihnachten im Schuhkarton gefunden. Ich finde das eine gute Sache und habe im Sinn, drei Schuhkartons mit Weihnachtsgeschenken für Kinder in Moldawien zu packen. Jedes dieser Päckli wird sicher ein Paar selbstgestrickte Socken, eine Mütze oder einen Schal enthalten! ;-)



Bankenkrise hin oder her, wir sind doch privilegiert und es geht uns sehr gut - da möchte ich einfach etwas davon weitergeben an Kinder und Jugendliche, die vermutlich nicht viel zu lachen haben. Die Armut in Moldawien ist für uns schwer vorstellbar, und ein Leben unter solchen Bedingungen kaum nachvollziehbar.

Klar, solche Schuhkarton-Geschenke sind höchstens ein Tropfen auf einen sehr heissen Stein. Soll man deshalb untätig sein? Ich wünschte mir eigentlich so viele dieser Weihnachtsgeschenke, dass aus all den gesammelten Tropfen ein Regen wird, der lange und positiv nachwirkt.

Wintersaat im Gewächshaus

Nachdem ich am Samstag die letzten Tomaten geerntet hatte, arbeitete ich etwas Kompost in die Erde ein und wässerte gut. Heute habe ich nun die Wintersaat ausgebracht: Spinat, Nüsslisalat, Radieschen, Kresse und Pflücksalat. Schon eine patente Sache, so ein Gewächshaus!

Ein Teil der noch grünen Tomaten wird auf dem Fensterbrett nachreifen, den grösseren Teil werde ich allerdings zu Green Ketchup verarbeiten - darauf stehen meine Verwandtschaft und mein Freundeskreis. Das gibt feine Weihnachtsgeschenke!

Die verstrickte Dienstagsfrage 43/2008

Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben einen provisorischen Anschlag mit Hilfsfaden gemacht, um zuerst nach oben und dann nach unten zu stricken. Ahnungslos habe ich den Kreuzanschlag gemacht (der einzige den ich richtig kann) und dachte, ich kann ihn nachher einfach auflösen. Pustekuchen! Ich muss mühevoll den Hilfsfaden aus jeder Masche herausziehen ... kennt ihr eine bessere Möglichkeit für einen provisorischen Anschlag?

Um zu verstehen, was daran so mühsam sein soll, müsste ich diesen Anschlag wohl sehen. Ich mache jeweils eine Art Kreuzanschlag um einen Kontrastfaden, den ich dann herausziehe und die frei werdenden Maschen auf einer Stricknadel auffange.

Eine zweite Möglichkeit ist es, eine Luftmaschenkette in Kontrastfarbe zu häkeln und durch die hinteren Garnbogen mit dem Arbeitsgarn die benötigten Maschen aufzustricken. Wenn ich dann die Gegenseite stricken will, ziehe ich die Luftmaschenkette auf und fasse die entstehenden Maschen mit einer Stricknadel auf.

Man kann die Luftmaschenkette auch direkt auf die Stricknadel aufhäkeln, bei Knitting At KNoon gibt es dazu ein Video (es dauert allerdings recht lange, das Video zu laden). Eine Bilderanleitung findet man bei Stitch Diva Studios.

Ausserdem ist es ganz einfach, Informationen zum provisorischen Anschlag zu finden: Einfach bei Google provisorischer Anschlag oder provisional cast-on in die Suchmaske eingeben, und schon gibt's viele Suchergebnisse dazu!

Martina, die selbst keinen Blog hat, stellte diese Frage im Wollschaf.

Montag, 20. Oktober 2008

Gestern - Frau Blasebalg will's wissen ...

Eigentlich ein seltsames Wort: Gestern. Ich benütze das Wort häufig und machte mir bis jetzt kaum Gedanken darüber. Aber jetzt, wo ich mich damit befassen soll, kann ich's natürlich nicht lassen ... woher kommt es eigentlich? Das gibt nun fast zwangsläufig einen textlastigen Eintrag, aber jä nu, so sei's denn! Das Herkunftswörterbuch von Duden ordnet die Bezeichnung für den Tag vor heute dem althochdeutschen gestaron zu und verbindet den Begriff mit dem niederländischen gisteren, dem englischen yesterday und dem schwedischen i går, alle zurückzuführen auf das indogermanische ĝh[đ]ies mit der Bedeutung am anderen Tag (von heute aus gesehen). Auch das griechische chthés (gestern) zeigt eine deutliche Ähnlichkeit mit diesem indogermanischen Ursprung.

Das französische hier, das italienische ieri und das spanische ayer lassen sich unschwer vom lateinischen heri (gestern) resp. hesternus (gestrig) ableiten.


*****

Zum Wort selbst fallen mir vor allem Lieder ein, allen voran natürlich Yesterday von Paul McCartney von den Beatles:

Yesterday,
All my troubles seemed so far away,
Now it looks as though they're here to stay,
Oh, I believe in yesterday.

Suddenly,
I'm not half the man I used to be,
There's a shadow hanging over me,
Oh, yesterday came suddenly.

Why she had to go I don't know, she wouldn't say.
I said something wrong, now I long for yesterday.
Yesterday,

Love was such an easy game to play,
Now I need a place to hide away,
Oh, I believe in yesterday.

Ob wohl alle Lieder, die sich mit Gestern befassen und die ich kenne und liebe, so melancholisch sind? Wie But That Was Yesterday von Neil Diamond:

Yesterday's memories

Bring today's sorrows

Now that you're gone from me
We share no tomorrows

Vielleicht sind ja französische Chansons anders? Heller, freundlicher? Aber ohalätz, da fand ich dieselbe Melancholie. Hier encore von Charles Aznavour ist ein typisches Beispiel dafür:

Hier encore, j'avais vingt ans
Je caressais le temps et jouais de la vie

Comme on joue de l'amour
Et je vivais la nuit

Sans compter sur mes jours qui fuyaient dans le temps
J'ai fait tant de projets qui sont restés en l'air

J'ai fondé tant d'espoirs qui se sont envolés
Que je reste perdu ne sachant où aller

Les yeux cherchant le ciel mais le coeur mis en terre

Hier encore j'avais vingt ans

Je gaspillais le temps en croyant l'arrêter

et pour le retenir, même le devancer

Je n'ai fait que courir et me suis essoufflé
Ignorant le passé, conjuguant au futur
Je précédais de moi toute conversation
et donnais mon avis que je pensais le bon

Pour critiquer le monde avec désinvolture

Hier encore j'avais vingt ans

Mais j'ai perdu mon temps a faire des folies
Qui ne me laissent au fond rien de vraiment précis
Que quelques rides au front et la peur de l'ennui
Car mes amours sont mortes avant que d'exister
Mes amis sont partis et ne reviendront pas

Par ma faute j'ai fait le vide autour de moi
Et j'ai gâché ma vie et mes jeunes annes

Du meilleur et du pire en jettant le meilleur

J'ai figé mes sourirs et j'ai glacé mes peurs
Ou sont-ils a présent, a présent mes vingts ans?

Klingt ja auch ziemlich resigniert, nicht wahr? Und dann gibt's noch das unsagbar traurige Lied La p'tite Marie von Edith Piaf mit dem unvergesslichen Refrain:


Hier encore ... et aujourd'hui ...

leur belle histoire, elle est finie.

Etwas hoffnungsvoller klingt immerhin Prendre hier à deux mains von Maurane, aber auch da durchdringt der Schmerz über erlittene Verluste und eine gewisse Schicksalsergebenheit die Hoffnung:

Prendre hier à deux mains,

En attendant - un jour,
Peut-être bien demain -
De retrouver l’amour.

Prendre hier à deux mains,
Et tordre enfin le cou
A la vie, aux chemins

Qu’elle emprunte pour nous...

Auf Deutsch habe ich nur einen Refrain von den Boehsen Onkelz gefunden, eine Gruppe, von der ich (vielleicht ignoranterweise) nicht allzu viel halte, obwohl ich sie nicht wirklich kenne. Deshalb kann ich auch nicht beurteilen, ob sie zu Recht in die Nähe der rechtsextremen Szene gerückt wird:

Denn gestern war heute noch morgen,

Ein neuer Tag, ein neues Glück -
Was zählt, ist nur der Augenblick.

Denn gestern war heute noch morgen.
Ich habe keine Angst mehr, ich kenne keinen Schmerz.
Ich trag den Mantel des Vergessens, Narben auf dem Herz.

Auch die spanischen Lieder scheinen vor allem den Verlust zu besingen, wie Hasta Ayer von Marc Anthony:

Hasta ayer, hasta ayer,

y perdone usted, Señora,
pero cuando el alma llora
el silencio no es remedio
para calmar el sufrir.


Hasta ayer, hasta ayer,
mi dulce dama elegante,
supe que tienes otro amante
al que quizás con el tiempo
le haras lo mismo que a mí...

Oder Ayer von Gloria Estefan:

Ayer encontré la flor que tú me diste,

imagen del amor que me ofreciste.

Aún guarda fiel el aroma aquel tierno clavel.

Ayer encontré la flor que tú me diste.

Aún guardo aquella carta que me escribiste.

De un rojo pasional tenía una marca.
Tu firma junto al clavel me puso triste.

Aún guardo aquella carta que me escribiste.

*****

Himmel nochmal! Gibt es überhaupt kein Gedicht, kein Lied, keinen Text über Gestern mit einer positiven Stimmung? Ist da immer nur das Bedauern über etwas, das man versäumt oder falsch gemacht hat? Über verlorene Lieben, verspieltes Glück...?

Das ist alles sooo nostalgisch angehaucht und von Herzschmerz durchweht! Ich gebe gerne zu, dass ich solche Augenblicke auch kenne: Dann höre ich die alten LPs und Singles (Vinyl!) aus den 1960er- und 1970er-Jahren, schmökere in den Tagebüchern meiner Jugendzeit, lese die Briefe verflossener Lieben und schwelge in den Gefühlen von damals. Gelegentlich kommt dabei durchaus Wehmut auf. Ach ja ...!


Um das Ganze für mich stimmig abzurunden, schliesse ich diesen Eintrag mit dem Satz, mit dem mein allererster richtiger Schatz seinerzeit seine Briefe zu beenden pflegte:


¡Hoy the quiero más que ayer, pero menos que mañana!

Was soviel bedeutet wie:

Heute liebe ich dich mehr als gestern, aber weniger als morgen!

Ist das nicht wunderschön? Obwohl es schon über 36 Jahre her ist, berührt mich die Erinnerung daran immer noch, als ob es gestern gewesen wäre. Da könnten schon Sehnsüchte wach werden, nicht wahr?

Ist in meinem Fall aber gar nicht nötig: Seit rund zwölf Jahren teilen wir das Leben wieder miteinander und freuen uns heute mehr und bewusster aneinander, weil wir doch während fast eines Vierteljahrhunderts getrennte Wege gegangen sind ...

Montag, 13. Oktober 2008

Polen ist ganz anders ...

... als ich erwartet hatte. Vermutlich beeinflusst von der Medienberichterstattung, hatte ich Polen gedanklich mit viel Grau, Düsterkeit und Tristesse in Verbindung gebracht. Ich bin froh, mich getäuscht zu haben: In Polen ist sehr viel Aufbruchstimmung spürbar; die Menschen, denen wir begegnet sind, haben durchwegs eine positive Einstellung und sind dabei, die Ärmel hochzukrempeln, um sich ihren Anteil an einem (zunächst wohl noch bescheidenen) Wohlstand zu erarbeiten.

Wir überflogen diese endlose Landschaft mit ihren Wäldern und Seen. Diese Weite! So viel Platz! Ich habe mich augenblicklich in dieses Land verliebt. Wäre ich jünger, würde ich vielleicht sogar ernsthaft erwägen, nach Polen auszuwandern. Irgendwie habe ich das Gefühl, dort wäre noch vieles möglich, das uns in unserer wohlstandssatten, überreglementierten Schweiz verwehrt ist. Das Leben scheint noch einfacher zu sein, noch mehr an Grundlegendem orientiert. Ich meine: Die Menschen dort haben nicht viel - aber sie machen etwas draus!
*****

Als wir am vergangenen Dienstag gegen Abend in Danzig landeten, mussten wir lachen. Vielleicht ist das ja ein wenig gemein, aber wir waren einfach nicht auf diesen winzigen Flughafen gefasst... Die fünfzig Meter (!) vom Flugzeug zum Gebäude legten wir im Bus zurück, Passkontrolle gab es überhaupt nicht. Nun, dann eben nicht! Wir nahmen ein Taxi und liessen uns zu unserem Hotel chauffieren.Das Hotel Dom Muzyka befindet sich in einem Flügel der Musik-Akademie; so waren wir fast rund um die Uhr von Musik umgeben, das war richtig schön! Wir richteten uns ein, und meine Tochter machte es sich erst einmal auf dem Bett bequem ;-)Mit dem Hotel hatten wir eine gute Wahl getroffen: Wir hatten ein schönes, grosses Zimmer mit Dusche und allen Schikanen. Am Mittwoch gingen wir zu Fuss ins Stadtzentrum und waren überwältigt von der Altstadt, den schönen, wieder aufgebauten Häusern ... selbst das Wetter hätte nicht besser sein können.Keine Ahnung, warum dieses Gebäude "Grünes Tor" heisst; es ist der Eingang zum Langen Markt.Der Lange Markt ist gesäumt von altehrwürdigen Häusern, die allerdings nicht alle so alt sind, wie sie aussehen. Nach dem II. Weltkrieg lag Danzigs Altstadt zu einem grossen Teil in Schutt und Asche; die Häuser wurden in Rekordzeit wieder aufgebaut.Vereinzelt erinnern noch Ruinen an die zerstörerischen Bombardierungen.Unweit des Langen Marktes steht die Marienkirche mit ihrer weltberühmten astronomischen Uhr. Als wir dort waren, stand sie zwar still - sie wird nur zu besonderen Gelegenheiten in Gang gesetzt -, aber sie war trotzdem imposant.Anders als manche katholischen Kirchen ist die Marienkirche unglaublich hell. So kann man die wunderschönen Sterngewölbe ungehindert bestaunen.Der Blick in den Altarraum und auf das kunstvolle Glasfenster gibt eine Ahnung von den Ausmassen dieser Kirche, die täglich nicht nur von Tourist/innen, sondern hauptsächlich von Gläubigen besucht wird.Am letzten Nachmittag vor unserer Abreise sind wir übrigens bei unserem letzten Besuch in der Marienkirche mitten in eine richtige Hochzeit geraten. Die Kirche war wunderschön geschmückt und es war geradezu ergreifend, die beiden jungen Menschen am Anfang ihres gemeinsamen Weges zu beobachten. Das war sogar fast ein bisschen rührend...

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Durch Danzig fliesst der Fluss Mottlawa, an dessen Ufer viele historische Gebäude stehen.
Die Uferpromenade führt zum Krantor, wo früher die Schiffe be- und entladen wurden. Vom gegenüberliegenden Ufer aus betrachtet, wird einem erst bewusst, wie riesig dieses Krantor ist.
In Danzig gibt es auch wunderschöne Alleen.Und wir sind natürlich auch etlichen Katzen begegnet. Hier ein besonders schmuckes Kätzchen, das aber nur dank seinem langhaarigen Fell so gross aussieht. Als ich es streichelte, spürte ich jeden Knochen ... und hätte das Tierchen am liebsten zum Aufpäppeln mit nach Hause genommen ...Ach ja, und dann noch das: Unterwegs in der Stadt - und ein dringendes Bedürfnis? In Danzig (und in Polen überhaupt, wie man mir erzählte) absolut kein Problem. In jedem Restaurant, in jedem Café und in jeder Bar dürfen auch Nicht-Gäste die Toalety benützen. Dies ist die Wanddekoration der Toalety im Restauracja Tawerna beim Langen Markt in Danzig. Und zwar in der Damen-Toilette!

Dienstag, 7. Oktober 2008

Und tschüss...

Heute fliege ich mit meiner Tochter nach Danzig (Polen) und bin schon sehr gespannt auf all die Kirchen und Museen. Und natürlich hoffe ich, auch Strickereien zu finden ... Jedenfalls werde ich nach meiner Rückkehr einiges zu erzählen haben!