Mittwoch, 18. August 2010

Ingrids Jacke ... nachgestrickt

Ein halbes Jahr ist es her, seit ich mich in eine Jacke verliebte, die ich in Ingrids Blog entdeckt hatte. Flugs lud ich mir die Anleitung von Jeri Riggs (Ravelry-Download) herunter mit der Absicht, das schöne Teil irgendwann einmal auf die Nadeln zu nehmen.

Irgendwie kam die Sprache darauf, dass es doch noch schön wäre, diese Anleitung nicht nur auf Englisch, sondern auch auf Deutsch anbieten zu können. Ich traute mir das durchaus zu und so anerbot ich mich, die Anleitung zu übersetzen. Um überprüfen zu können, ob die Anleitung auch wirklich "stimmt", sollte ich die Jacke parallel zum Übersetzen gleichzeitig stricken. Und dabei...

... ja, dabei habe ich doch als Spätfolge der Chemotherapie immer noch taube Hände! Betrachtet man die Fotos auf Ingrids Blog, leuchtet es bestimmt ein, dass diese Zopfmuster und gefühllose Fingerspitzen sich nicht unbedingt gut vertragen. Aber - der Herbst naht mit Riesenschritten, und so beschloss ich, es einfach zu wagen; macht ja nichts, wenn es etwas länger dauert!

Und ich muss schon sagen, das ist ein richtig spannendes Projekt! Ich stricke ein Stück, übersetze den entsprechenden Teil der Anleitung, stricke wieder ... es geht eigentlich gar nicht so schlecht, das Stricken macht Freude und die Übersetzung ist ein wenig tricky, vor allem, weil diese Art von Text nicht ganz einfach ins Deutsche zu übertragen ist. Aber ich bin ganz stolz, sowohl auf die Strickerei als auch darauf, dass die deutsche Anleitung wohl doch noch rechtzeitig vor der kalten Jahreszeit zur Verfügung stehen wird! Ich stricke die Jacke in Schwarz (was sonst!), und das ist leider nicht so toll zu fotografieren. Aber ich hoffe doch, man kann etwas erkennen ;-) Die Jacke wird ja sozusagen "am Stück" gestrickt, von oben nach unten und ohne Nähte. Aber eben - und das ist der Clou daran! - nicht als Raglan, sondern mit eingesetzten resp. eingestrickten Ärmeln. Das obige Bild zeigt die Schulterpartie mit Kragen, Vorderteilen und Rückenteil, bevor seitlich die Maschen für die Ärmel aufgenommen werden. Auf obigem Bild liegen die Maschen für die Ärmel bereits auf Bambusnadeln, ab hier wird das ganze Stück mit einer langen Rundstricknadel in Hin- und Rückreihen gestrickt. Auch das kleine graue Büseli scheint das äusserst interessant zu finden; glücklicherweise hält sie respektvoll Distanz zu diesem seltsamen Ding, mit dem ich mich so intensiv beschäftige!

So, nun will ich noch ein paar Nadeln stricken, bevor mir die Augen zufallen...

Achtung - frisch gestrickt!

Unter diesem Titel beginnt am 1. September eine Ausstellung im Textilmuseum St. Gallen. So weist die Homepage des Museums auf diese Ausstellung hin:

"Stricken ist im Trend. Objekte aus der Vergangenheit verblüffen durch hochwertige Materialien und handwerkliches Können. Selbstgestrickte Streetwear belebt heute den Alltag. Die Ausstellung nimmt das Stricken in seinen alten und neuen Formen auf und beleuchtet das Thema von allen Seiten."

Die Ausstellung dauert vom 1. September 2010 bis zum 1. Januar 2011.

Sonntag, 8. August 2010

Nachwuchs bei den Satin-Angora-Kaninchen

Nachdem unser Möhrli anfangs Mai fünf Junge zur Welt gebracht hatte, gebar Lilac vor knapp drei Wochen zwei schneeweisse Babies. Dies ist ein ausserordentlich kleiner Wurf, und entsprechend gross sind die beiden Jungtiere. Sie sind seidenweich, ganz zutraulich und einfach herzig! Lustig auch, dass die himi-farbene Mutter (mit schwarzer Nase, Ohren und Läufen) und der schoko-wildfarbene Vater solch reinweisse Kinder bekamen! Anders die Jungen der anthrazitfarbenen Mutter - drei haben die gleiche Farbe wie sie, zwei die Farbe des Vaters. Auch diese Jungtiere sind für ihr Altervon rund drei Monaten eher gross. Nächste Woche werde ich ihnen die Babyhaare scheren, bevor sie verkauft werden - erst die erwachsene Haartracht wird dann gezupft.

Doppel-Himbeere...?

Wir hatten dieses Jahr eine grosse Beerenernte. Auch die Himbeeren wuchsen und wachsen unglaublich reich. Bei der Ernte ist mir etwas aufgefallen, das ich früher nur ganz selten gesehen hatte: Es hatte richtig viele Doppel-Himbeeren! Hier sogar samt Fliege ... aber Spass beiseite: Woran liegt wohl die ungewöhnliche Häufung solcher Doppelfrüchte? Zum Beweis, dass es sich tatsächlich um Zwillings-Himbeeren handelt, noch der doppelte Fruchtzapfen: Hat sonst noch jemand solche Erfahrungen gemacht diesen Sommer? Und hat jemand eine Ahnung, worauf diese Variante (oder ist das schon eine Mutation?) zurückzuführen ist?

Taufe und fast fertiges Kapuzenjäckli

Heute war also der grosse Tag für meinen kleinen Neffen Lukas; er wurde getauft in einem wunderschönen, schlichten, ergreifenden Gottesdienst. Und auch das Jäckli ist rechtzeitig fertig geworden, jedenfalls beinahe... Irgendwie hat sich das Taubheitsgefühl in meinen Händen in den letzten Tagen wieder verschlechtert, sodass ich ziemlich Mühe hatte mit stricken. Das zwang mich zu einem Strickmarathon - letzte Nacht strickte ich bis morgens um vier Uhr. Ich kippte schon fast vom Diwan, also stellte ich den Wecker auf sieben Uhr und legte mich schlafen mit der Absicht, am Morgen dann noch die Knöpfe anzunähen. Aber es war wie verhext: Ausgerechnet in dieser Nacht hatten wir einen Stromausfall! Der Wecker weckte mich nicht und ich schlief selig bis kurz nach acht ... dabei sollte ich doch um halb zehn in Zürich sein ;-) Und die Katzen und Kaninchen musste ich doch auch noch füttern - und die Wäsche abnehmen, die draussen im Regen hing. Ich war schon drauf und dran, halt zuhause zu bleiben, aber dann - nein, das wollte ich doch gar nicht! Also habe ich den Tierli ihr Frühstück im Laufschritt und ohne das übliche morgendliche Ritual mit Streicheleinheiten und Plaudereien verabreicht. Habe mich schnell wie selten in die Kleider gestürzt (ohne zu duschen, eieiei!), Jäckli, Knöpfe und passenden Faden eingepackt und bin losgefahren. So schnell war ich glaub's überhaupt noch nie in Zürich! Ich erreichte die Kirche sogar noch tout juste vor Beginn des Taufgottesdienstes... Schön war's, und auch das Fest danach war stimmungsvoll und gemütlich. Und vor dem Essen bot sich sogar noch Gelegenheit, in einer ruhigen Ecke noch die verflixten Knöpfe anzunähen!Das Kapuzenjäckli habe ich aus 260 gr Ackermann Jeans (100% Baumwolle, 110m/50gr) auf Rundstricknadeln (Body und Kapuze) und Nadelspielen (Ärmel) mit Nadelstärken 3mm und 4mm nach eigenem Entwurf gestrickt - ohne eine einzige Naht!* Dazu kamen fünf einfache Knöpfe aus Olivenholz. Die jungen Eltern haben sich sehr über das Jäckli gefreut, der Täufling äusserte sich nicht eindeutig - aber er wird das Teil sowieso erst im nächsten Frühling tragen können... ;-)

* Die Anleitung dazu werde ich demnächst zur Verfügung stellen.

Dienstag, 27. Juli 2010

Kapuzenjäckli für meinen jüngsten Neffen

Im Frühling haben mein jüngster Bruder und seine Frau nach komplizierter Schwangerschaft ein Söhnlein bekommen. Er ist wunderhübsch und ein ausgesprochen zufriedenes und freundliches Baby. Demnächst soll er getauft werden, und ich habe ein Kapuzenjäckli für ihn entworfen. Das Rücken- und die Vorderteile stricke ich bis zu den Ärmeln am Stück, danach teile ich die Arbeit. Die Kapuze werde ich direkt am Halsausschnitt anstricken, die Ärmel in gleicher Weise von den Armausschnitten her. Dann kommt dann ein Reissverschluss; vielleicht stricke ich noch zwei Taschen, auf Wunsch der Eltern aber auf der Innenseite, nicht aussen ... clevere Idee eigentlich! Mal sehen - jetzt hoffe ich, noch rechtzeitig fertig zu werden damit (meine Hände sindleider immer noch gefühllos von der Chemo, aber irgendwie scheint man sich daran zu gewöhnen). Obwohl, passen wird's ihm sowieso frühestens in einem Jahr... ;-)

Merino-Angora-Jacke "Sabine"

Eine an und für sich ganz einfache Jacke habe ich mir gestrickt, aus einem feinen, anthrazitfarbenen Merino-Angora-Garn - ein Traum von Weichheit und angenehm luftiger Wärme! Ich habe von oben nach unten gestrickt, was sehr einfach war. Die Aufnahmen an den Raglanärmeln erfolgten mittels Ajourlöchern mit zwei glatt rechts gestrickten Maschen dazwischen. Das kam mir langweilig vor, deshalb habe ich diese Zwischenmaschen in jeder zweiten Reihe miteinander verkreuzt, was hübsche Minizöpfli ergab. Auch die formenden Abnahmen am Rückenteil sind mit Lochreihen betont. Den Saum und alle Kanten an den Vorderteilen, Ärmeln und am Halsausschnitt musste ich dann aber doch nach eigenen Wünschen ändern, sonst wäre die Jacke durch das weiche Garn doch ein wenig gar "lümpelig" geworden ;-) So ist das Luxus-Teil zum Beispiel bedeutend länger als in der Anleitung beschrieben.Also habe ich rundum Maschen aufgenommen, eine Lochrunde gestrickt, gefolgt von einer Runde linker Maschen. Abgekettet habe ich dann mit doppeltem Faden; so gefällt mir das Leichtgewicht sehr gut. Verstrickt habe ich eine luxuriöse Merino-Angora-Mischung (Nm 15/2) von Filatura Papi Fabio, ein wahres Traumgarn, von dem ich vor Jahren einmal zwei 500-gr-Konen als Restposten gekauft hatte. Ich verwendete ein KnitPicks-Rundstricknadel-Set mit 5-mm-Spitzen aus Acryl; verbraucht habe ich nur gerade knapp 130 Gramm! Auf die Anleitung bin ich bei CocoKnits gestossen. Ich habe im Sinn, nach dieser Anleitung noch andere, abgewandelte Modelle in verschiedenen Garnen zu stricken.